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  Drohender Wellensittich Gelegentlich kommt es zwischen Wellensittichen zu kleineren Streitereien, die nach bestimmten, stark ritualisierten Regeln ablaufen. Geraten zwei Vögel aneinander, signalisieren sie durch ihre Körperhaltung zuerst ihre Angriffslust und verkünden durch schrille Laute ihren wachsenden Unmut. Reicht dies nicht aus, um den Kontrahenten zum Rückzug zu bewegen, nimmt der Wellensittich die arttypische Drohstellung ein. In dieser Körperhaltung ist der Schnabel weit geöffnet, der Kopf liegt im Nacken und der Vogel stößt dabei spitze, kurze und keckernde Laute aus (ein entsprechendes Klangbeispiel findet sich hier).

Weicht der Kontrahent noch immer nicht zurück, gehen die meisten Wellensittiche unmittelbar nach dem Einnehmen der Drohstellung in Scheingefechten aufeinander los. Dabei boxen sie einander entweder mit geschlossenen Schnäbeln oder sie hacken mit geöffneten Schnäbeln immer knapp neben den Kontrahenten, auch Tritte gegen die Brust oder den Flügel sind dabei zu beobachten. Normalerweise verletzen sie sich dabei nicht gegenseitig und der Unterlegene zieht sich zurück. Dies geschieht deshalb, weil Wellensittiche echten Kämpfen für gewöhnlich aus dem Weg gehen. Sie wissen instinktiv, wie viel Schaden die Waffe des Gegners, also dessen Schnabel, anrichten kann.

Eine weitere, sehr ernste Drohgebärde ist das ruckartige Zucken mit den Flügeln. Beobachtet ein fest verpaartes Männchen, dass ein anderes Männchen sein Weibchen anbalzt und versucht, ihm dieses auszuspannen, führt es ein typisches Verhalten vor: Leise, gurrende Laute, die man nur aus nächster Nähe hört, werden gleichzeitig mit einer bestimmten, aggressiv wirkenden Flügelbewegung vorgetragen. Der Vogel droht also, indem er seine Flügel kurz und heftig zucken lässt. Der folgende Film verdeutlicht diese Verhaltensweise: bitte hier klicken (avi mit DivX-Kompression Externer Link, 0,98 MB). Leider übertönt der Gesang eines anderen Wellensittichs die gurrenden Laute in diesem Film, nur die ruckartigen Flügelbewegungen sind zu sehen. Um das Gurren zu hören, sollten Sie das entsprechende Klangbeispiel anhören.

Drohender Wellensittich Normalerweise wird bei ritualisierten Kämpfen kein Vogel verletzt, da sie von kurzer Dauer sind und schnell vom schwächeren Individuum beendet werden. In seltenen Fällen kommt es dennoch vor, dass auch nach diesen angedeuteten Kämpfen der Sieger noch nicht feststeht. Dann geht es richtig zur Sache und die Vögel verbeißen sich ineinander. Vor allem zwei Männchen, die um dasselbe Weibchen werben, aber auch zwei Weibchen, die sich um eine Nistgelegenheit streiten, können einander lebensgefährlich verletzen. Bei solchen erbitterten Kämpfen krallen sich die beiden Kontrahenten mit den Füßen jeweils im Bauch des anderen Vogels fest und hacken einander mit den geöffneten Schnäbeln, wobei sie vorzugsweise auf die Beine, die Flügel und vor allem den Kopf des jeweils anderen einschlagen. Zwar kommen solche Kämpfe nur selten vor, trotzdem sollte jeder verantwortungsbewusster Vogelhalter wissen, wie man dabei entstehende Bisswunden medizinisch versorgt.

Bevor man die Tiere medizinisch versorgen kann, muss man sie jedoch erst einmal voneinander trennen. Das ist nicht immer leicht, denn wenn man die kämpfenden Vögel in die Hand nimmt, muss man in aller Regel selbst üble Bisse einstecken, die "daneben" gingen und deshalb die Hand treffen. Meiner Erfahrung nach hilft es, die kämpfenden Vögel abzulenken, indem man sie mit Wasser besprenkelt. Meist lassen sie dann augenblicklich voneinander ab.

 
 
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