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Viele von Hand aufgezogene Großpapageien sehen den Menschen als
vollwertigen Sexualpartner an, was zu einer so genannten
Fehlprägung führt. Solche Vögel akzeptieren keine
echten Artgenossen und sind nahezu vollständig auf den
Menschen fixiert. Mit ihnen ist es praktisch unmöglich,
Nachwuchs zu züchten, da sich die Prägung auf den
Menschen nur schwer aufheben lässt.
Auch bei Wellensittichen, die in aller Regel nicht von Hand großgezogen werden, kann sich eine massive sexuelle Fehlprägung einstellen. Wird ein nestjunger Wellensittich von einem Tierhalter übernommen und wird der Vogel einzeln gehalten, schließt er sich in Ermangelung eines Artgenossen dem Menschen an. Viele Einzel-Wellensittiche werden so sehr auf den Menschen geprägt, dass sie in ihm einen Sexualpartner sehen. Männliche Wellensittiche versuchen dann beispielsweise, mit ihrer Bezugsperson zu kopulieren. Oft muss dafür beispielsweise die Hand herhalten, siehe Foto oben. Diese Verhaltensweise ist aber auch bei einigen im Schwarm gehaltenen Wellensittichen zu beobachten, die sexuell hyperaktiv sind. Wächst ein Wellensittich unter Individuen anderer Vogelarten auf oder lebt er über lange Zeit in ihrer Gesellschaft, ohne andere Wellensittiche zu Gesicht zu bekommen, so kann eine Prägung auf eine andere Vogelart erfolgen. Im schlimmsten Fall erkennen Wellensittiche arteigene Vögel nicht mehr als ihre eigentlichen Sexualpartner an. Sie versuchen dann, sich mit Individuen derjenigen Vogelart zu paaren, auf die sie geprägt sind. Die Abbildung unter diesen Zeilen zeigt einen Wellensittich, der sich mit einer Türkentaube gepaart hat. Besonders tragisch ist, dass die Türkentaube eine schwere Kopfverletzung hatte und sich vermutlich deshalb nicht gegen den aufdringlichen Wellensittich zur Wehr setzen konnte.
Was tun, wenn der eigene Vogel auffälliges Verhalten zeigt?
Seriöse Experten geben nicht einfach basierend auf einigen wenigen
Informationen eine Therapieempfehlung. Wichtig ist, dass sie das Tier, den
Halter, dessen Beziehung zu dem Vogel und auch die Haltungsbedingungen
genau betrachten. Häufig ist es zudem sinnvoll, wenn so viele
Informationen über das Leben bei vorherigen Haltern wie irgend möglich
vorhanden sind. Basierend auf der Gesamtheit dieser Fakten kann ein
Spezialist einen Plan entwickeln, der dem psychisch erkrankten Tier hilft.
Mitunter ist es zudem sinnvoll, zusätzlich einen fachkundigen Tierarzt zu
Rate zu ziehen, um eine organische Ursache für eine
Verhaltensauffälligkeit auszuschließen. Eine Expertin, die bei
Verhaltensauffälligkeiten ihre Hilfe anbietet, ist zum Beispiel die
Diplom-Biologin Hildegard Niemann, siehe Internet-Seite |
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