Wer ist nicht davon begeistert, zahme Vögel zu halten? Manche Wellensittiche lassen
sich sehr leicht zähmen, andere weniger. Sind die Vögel aber endlich zahm geworden,
sollten Sie die Freundschaft gut pflegen, damit die Tiere zutraulich bleiben. Ein Patentrezept
existiert hierfür zwar ebenso wenig wie für das Zähmen an sich, aber einen
Tipp für eine Methode zur Freundschaftspflege, die bei meinen eigenen Vögeln bestens
funktioniert, möchte ich Ihnen dennoch geben.
Meine Sittiche lieben das "Futterritual", das folgendermaßen abläuft:
Ich nehme Futter (Hirse, Keimfutter, Obst, etc.) in die Hand und
reiche es den Vögeln zwischen meinen Fingerkuppen. Der Reihe darf jeder Sittich, der
dies möchte, etwas vom Leckerbissen zu sich nehmen. Diese Fütterungsmethode mag
zwar auf den ersten Blick merkwürdig und umständlich erscheinen. Den Tieren
bereitet sie jedenfalls stets großes Vergnügen. Füttert man die Vögel
auf diese Weise so oft wie möglich mit kleinen Portionen ihrer Lieblings-Leckerbissen,
werden manche Sittiche sogar so anhänglich, dass sie quasi als "Dankeschön"
den Finger kraulen.
Ein weiterer, nicht von der Hand zu weisender Vorteil dieser
Fütterungstechnik ist, dass sich die Tiere so im Bedarfsfall
gezielt mit Medikamenten füttern lassen. Ist ein Sittich etwa
erkältet und muss er Körner mit Antibiotika einnehmen, gebe ich
sie ihm auf die oben beschriebene Weise ein. Ich habe so die
Kontrolle darüber, ob das kranke Tier tatsächlich seine Medizin
frisst. Außerdem assoziieren die Sittiche es nicht mit einer negativen
Erfahrung, wenn ich ihnen ihr Futter zwischen den Fingerkuppen
reiche. Einem meiner Wellensittichweibchen konnte ich sogar beibringen, flüssige
Medizin von einem Löffel zu trinken, so dass ich die Vogeldame nicht für jede
Medikamentengabe einfangen und mit der Hand festhalten musste. Insgesamt lässt
sich das Behandeln von Krankheiten durch das Pflegen von Freundschaften mit Hilfe von
Leckerbissen, die per Hand gereicht werden, viel ungezwungener und stressfreier für
alle Beteiligten gestalten.
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