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  PartnerfütterungBei Wellensittichen gehört die Partnerfütterung zum normalen Verhaltensrepertoire. Sie dient dazu, die Futterübergabe für die Zeit der Jungenaufzucht zu üben und ist zudem ein wichtiges Element zur Festigung der Paarbindung. Möchte ein Wellensittich einen Artgenossen füttern, würgt er Körner aus dem Kropf hervor und übergibt sie ihm mit Hilfe seines Schnabels. Unter verschiedenen Umständen kann es zu einer Störung des Fütterungstriebs kommen, so dass dieser ins Extreme gesteigert ist.

Übersteigerter Fütterungstrieb bei Einzelvögeln
Einzeln gehaltene Wellensittichmännchen, denen zur "Vergesellschaftung" ein Spiegel oder Plastikvogel gereicht wird, entwickeln nicht selten einen übersteigerten Fütterungstrieb. Weil die Partnerfütterung wie bereits weiter oben erwähnt ein fester Bestandteil des Sexualverhaltens der Wellensittiche ist, möchte der Vogel sie mit dem vermeintlichen Partner praktizieren. Da der Spiegel oder der Kunststoff-Kamerad jedoch nicht auf die Zuneigungsbekundungen eingehen, strengen sich die Männchen noch mehr an und würgen wieder und wieder Futter aus ihrem Kropf hoch, das sie anschließend sofort wieder abschlucken, weil es vom "Partner" nicht angenommen wird. Dieses Auf und Ab des Futters führt meist zu heftigen Kropfreizungen und Entzündungen im Verdauungstrakt, die leider nicht selten tödlich für den betroffenen Vogel enden.

Zeigt ein einzeln gehaltener Wellensittich - mitunter ist dieses Verhalten übrigens auch bei einsamen Weibchen zu beobachten - einen übersteigerten Fütterungstrieb, sollte umgehend ein arteigener Partner hinzugesellt werden. Einzelhaltung ist nicht artgerecht und kann zunächst zur oben beschriebenen Verhaltensauffälligkeit und später zu einer tödlichen Infektion führen!

Übersteigerter Fütterungstrieb bei verpaarten Vögeln
&Ubersteigerter FütterungstriebZu einer normalen Partnerschaft zweier Wellensittiche gehört es, dass das Männchen seine "Angetraute" oder seinen engen Freund füttert. Die Partnerfütterung kann meist mehrmals am Tag beobachtet werden. Mitunter entwickeln manche Vögel jedoch einen derart starken Fütterungstrieb, dass sie ihrem Partner das Futter ständig aufdrängen und dieser eigentlich satt ist. Er verweigert dann die Nahrungsaufnahme und wird von dem übereifrigen Partner mit dem Futter am Kopf beschmiert. Das Foto in diesem Absatz zeigt ein Männchen, das seine Partnerin zu häufig gefüttert hat und ihr letztlich die von ihr verschmähten Körner ins seitliche Kopfgefieder und ins Ohr klebte, weil er die Vogeldame unbedingt füttern wollte.

Was tun, wenn der eigene Vogel auffälliges Verhalten zeigt?
Viele Vogelhalter, deren Tiere unter einer Verhaltensauffälligkeit leiden, sind mit dieser Situation überfordert. Selbst wenn man seine eigenen Vögel noch so gut kennt, so kann doch häufig ein Außenstehender, der über wichtige Fachkenntnisse verfügt, oft Probleme besser erkennen. In Deutschland gibt es einige wenige Spezialisten, die ihre Hilfe anbieten. Weil sie ihre Tätigkeit als Beruf ausüben, muss für ihre Dienste bezahlt werden. Meist lohnt sich diese Investition aber, um die krankhaften Verhaltensweisen eines Vogels zu erkennen und zielgerichtet mit dem auf das Tier maßgeschneiderten Maßnahmen dagegen vorzugehen.

Seriöse Experten geben nicht einfach basierend auf einigen wenigen Informationen eine Therapieempfehlung. Wichtig ist, dass sie das Tier, den Halter, dessen Beziehung zu dem Vogel und auch die Haltungsbedingungen genau betrachten. Häufig ist es zudem sinnvoll, wenn so viele Informationen über das Leben bei vorherigen Haltern wie irgend möglich vorhanden sind. Basierend auf der Gesamtheit dieser Fakten kann ein Spezialist einen Plan entwickeln, der dem psychisch erkrankten Tier hilft. Mitunter ist es zudem sinnvoll, zusätzlich einen fachkundigen Tierarzt zu Rate zu ziehen, um eine organische Ursache für eine Verhaltensauffälligkeit auszuschließen. Eine Expertin, die bei Verhaltensauffälligkeiten ihre Hilfe anbietet, ist zum Beispiel die Diplom-Biologin Hildegard Niemann, siehe Internet-Seite Externer Link

 
 
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