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Jeden Tag widmen sich gesunde Wellensittiche ausgiebig der Pflege ihres
Gefieders. Sie tun dies, weil sie nur auf diese Weise ständig
flugfähig bleiben können. Ist das Federkleid nicht permanent
in einwandfreiem Zustand, kostet das Fliegen aufgrund des zu hohen
Strömungswiderstandes den Vogel unnötig viel Kraft. Deshalb ist
die Gefiederpflege für sie von großer Bedeutung. Wild lebende Wellensittiche
sind allerdings noch erheblich mehr von einem intakten Gefieder abhängig als
Stubenvögel, die vom Menschen versorgt werden und nicht kilometerweit durch die
australische Wildnis fliegen müssen, um Nahrung zu finden.
Eines gilt jedoch für alle Wellensittiche, also auch für die Vögel, die in Gefangenschaft gehalten werden: Sie putzen sich nur dann, wenn sie sich vor Feinden beziehungsweise in ihrer Umgebung sicher fühlen. Ein Vogel, der in eine für ihn unbekannte Umgebung kommt, wird anfangs aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ausgiebig sein Gefieder putzen, weil er verunsichert ist und erst einmal die Umgebung im Auge behält. Allenfalls ein hektisches Putzverhalten mit abgehackt wirkenden Bewegungen, die meist auf das Brustgefieder zielen, ist als Zeichen der inneren Anspannung zuweilen zu beobachten, man spricht hierbei von einer so genannten Übersprungshandlung oder Verlegenheitsgeste.
Weil Wellensittiche aufgrund ihrer Anatomie nicht sämtliche Bereiche ihres Körpers selbst erreichen können, lassen sie sich gern von anderen Vögeln, mit denen sie eng vertraut sind, beispielsweise den Kopf und Nacken kraulen. Diese gegenseitige Gefiederpflege stellt eine wichtige Komponente im sozialen Leben der Wellensittiche dar. Ist gerade kein anderer Vogel zugegen, der einem Wellensittich den Kopf und Nacken kraulen könnte oder möchte, reiben sich die Tiere nicht selten ausgiebig an Kanten, Stangen und anderen Gegenständen.
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