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Viele Wellensittichhalter kennen das Problem: Nachts beginnen die Vögel urplötzlich und oft ohne erkennbaren Grund im Käfig umher zu flattern. Sie können sich kaum beruhigen und machen einander immer nervöser. Flattert ein Vogel panisch auf, fangen seine Artgenossen kurze Zeit später meist auch damit an. Sogar dann, wenn die Tiere auf mehrere Käfige verteilt sind, kann dies geschehen. In einem solchen Fall sieht sich der Tierhalter mit völlig verängstigten Vögeln konfrontiert, die meist auch dann nicht aufhören zu fliegen, wenn er das Licht einschaltet und ihnen gut zuredet. Um den Tieren in einer solchen Situation helfen zu können, ist es zunächst einmal wichtig zu verstehen, weshalb sich Wellensittiche so verhalten.
Wellensittiche sind Fluchttiere
Wird ein Löwe von einem anderen großen Tier angegriffen, verteidigt er sich. Deshalb sind Löwen keine Fluchttiere. Pirscht sich hingegen ein Greifvogel, eine Schlange oder ein anderer Fressfeind an einen wild lebenden Wellensittich heran, flüchtet dieser sofort, sobald er die Gefahr bemerkt. Verteidigung gibt es im Verhaltensmuster der Wellensittiche nur, wenn sie von Artgenossen oder kleineren Tieren angegriffen werden, nicht aber, wenn sie von einem Fressfeind anvisiert worden sind. Weil Wellensittiche gleichzeitig auch Schwarmtiere sind, also in freier Natur in großen Schwärmen zusammenleben, achten sie sehr genau darauf, was ihre Artgenossen tun. Reagiert ein Artgenosse alarmiert oder panisch, wissen die anderen Vögel, dass Gefahr in Verzug ist. Deshalb schließen sie sich einem flüchtenden Artgenossen augenblicklich an, ganz egal, was sie gerade getan haben. Ihr Instinkt sagt ihnen, dass eine sofortige Flucht ihre Überlebenschancen erhöht.
Warum flattern Vögel im Käfig nachts auf?
Wird ein Wellensittich im Schlaf gestört, fühlt er sich möglicherweise dermaßen bedroht, dass er instinktiv die Flucht ergreift und losfliegt. In einem Käfig kommt er nicht weit, er schlägt mit den Flügeln an und verursacht großen Lärm. Spätestens dadurch werden seine Artgenossen ebenfalls aus dem Schlaf gerissen, und das sogar dann, wenn sie sich in einem anderen Käfig in Hörweite befinden. Sie schrecken hoch und geben ebenfalls augenblicklich ihrem Fluchtinstinkt nach, schließlich scheint ein Artgenosse in Gefahr zu sein. Es gibt viele mögliche Gründe für das nächtliche panische Geflatter. Viele Vögel erschrecken beispielsweise, wenn sie ein ungewöhnliches oder ihnen nicht bekanntes Geräusch hören. Hupt etwa ein Autofahrer vor dem Haus mitten in der Nacht, kann dies bei Wellensittichen Panik auslösen. Auch wenn in der Wohnung plötzlich etwas herunterfällt - zum Beispiel ein Bild, weil sich ein Nagel in der Wand gelöst hat -, kann dies zu einer Panikattacke bei Vögeln führen. Ebenso schrecken Wellensittiche auf, wenn sie Lichtblitze sehen. Ein Gewitter kann sie in panische Angst versetzen und nachts auffliegen lassen. Darüber hinaus könnten Insekten wie Mücken die Tiere erschrecken. Es kommen viele weitere Ursachen in Betracht, die von der jeweiligen Umgebung der Vögel abhängig sind.
Was tun, wenn Vögel panisch flattern?
Bei den meisten Jägern, die es auf wilde Wellensittiche und andere kleine Tiere abgesehen haben, sind die Augen im Gesicht nebeneinander angeordnet. Greifvögel und manche Echsen weisen diese Anatomie auf, aber auch wir Menschen. Fluchttiere haben ihre Augen hingegen seitlich am Kopf. Wird ein Fluchttier von einem Augenpaar fixiert, das nebeneinander im Gesicht angeordnet ist, dann fühlt sich das Tier bedroht. Im normalen alltäglichen Umgang mit uns Menschen lernen Wellensittiche meist, dass wir trotz unserer Augenanordnung keine Jäger sind und ihnen nichts Böses wollen. Aber in einer Paniksituation überwiegt ihr Instinkt, und dieser besagt, dass wir mögliche Feinde sind und ihnen nach dem Leben trachten könnten. Auch versuchen viele Tierhalter ihre verängstigten Vögel mit Zischlauten wie "Ssssch" zu beruhigen. Dieser Klang versetzt panische Vögel jedoch häufig noch mehr in Angst. Wilde Wellensittiche werden mitunter von Schlangen erbeutet, die manchmal raschelnde und zischende Geräusche von sich geben. Aus diesem Grund haben Wellensittiche instinktiv Angst vor zischenden Klängen, was sich in Paniksituationen besonders verheerend auswirken kann. Anstatt durch die Geräusche ruhiger zu werden, geraten die Vögel zusätzlich in Aufregung. Am besten schaltet der Tierhalter beruhigende, leise Musik ein und beobachtet seine Tiere indirekt. Das heißt, sie sollten nur aus dem Augenwinkel angeschaut werden. Hierdurch fühlen sich die Vögel weniger bedroht und die gleichmäßige Geräuschkulisse sorgt für Entspannung. Aus dem Käfig lassen sollte man panische Vögel nur im äußersten Notfall, denn im Zimmer würden sie weiter ängstlich umher flattern. Die Unfallgefahr ist enorm groß, und spätestens dann, wenn man versucht, sie wieder in den Käfig zu setzen, reagieren die meisten Vögel erneut mit Panikattacken.
Wie sich nächtliche Panikflüge verhindern lassen
Ganz verhindern lassen sich die Panikattacken mit solchen Lampen jedoch nicht, trotzdem kann es hin und wieder zur nächtlichen Flatterei kommen. Erfahrungsgemäß geschieht dies jedoch erheblich seltener.
Wenn sich ein Vogel bei der Flatterei verletzt
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