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  Rudi krault Larissa Unter dem Begriff "soziale Gefiederpflege" versteht man das gegenseitige Putzen und Pflegen der Federn miteinander verpaarter oder eng befreundeter Vögel. Die soziale Gefiederpflege findet nur dann statt, wenn sich die Sittiche wohl und in ihrer Umgebung sicher fühlen. Vor allem während der Ruhephasen in den Mittags- oder Nachmittagsstunden kann man Wellensittiche bei der sozialen Gefiederpflege und beim Pflegen des eigenen Gefieders beobachten. Werden Wellensittiche in einem Schwarm gehalten, geraten oft mehrere Tiere gleichzeitig in eine ruhige, ausgeglichene Stimmung und betreiben mit ihrem Partner die soziale Gefiederpflege.

Niobe will von Max gekrault werden Aufgrund ihrer Anatomie können Vögel ihre Köpfe nicht mit ihren eigenen Schnäbeln erreichen, weshalb sie gern die Hilfe eines Artgenossen in Anspruch nehmen, dem sie vertrauen oder mit dem sie verpaart sind. Ein Wellensittich würde niemals einen fremden Sittich an seinen Nacken lassen, da das Senken des Kopfes auch eine Unterwerfungs- und Beschwichtigungsgeste ist, die nur gegenüber vertrauten Individuen an den Tag gelegt wird. Außerdem begibt sich ein Vogel, der gekrault werden möchte, in die Defensive. Er ist leicht angreifbar und bei einer eventuellen Attacke im Nachteil, denn er präsentiert eine verletzliche Körperpartie: den Nacken. Seine Waffe, also der Schnabel, ist nach unten gesenkt und erst dann einsetzbar, wenn der Vogel sich in die Angriffsposition aufgerichtet hat, was aber im Falle einer plötzlichen Attacke nicht schnell genug gelingen würde. Somit ist das Senken des Kopfes, um gekrault zu werden, ein enormer Vertrauensbeweis an den Partner oder Freund.

Soziale Gefiederpflege bei Katharinasittichen Das gegenseitige Kraulen des Kopfes sowie des Nackens sind bei Wellensittichen deshalb die zentralen Bestandteile der sozialen Gefiederpflege. Andere Vogelarten, zum Beispiel Katharinasittiche, pflegen hingegen das Gefieder am gesamten Körper des Partners. Sogar die Füße werden hierbei nicht ausgespart, siehe Foto rechts. Das Kraulen anderer Körperpartien als den Kopf und Nacken, wie es beispielsweise unter Katharinasittichen üblich ist, lassen Wellensittiche nicht zu. Einer der Wellensittiche der Autorin ist mit zwei Katharinasittichen eng befreundet und lässt sich gern von ihnen den Kopf kraulen. Sobald sie versuchen, ihm den Rücken, die Bürzelgegend oder gar die Beine zu kraulen, fliegt er empört zeternd davon.

Umbriel krault seinen Freund Kraulen zwei Wellensittiche einander den Kopf, so festigt diese Geste die Bindung der beiden Tiere. Es ist hierbei durchaus üblich, dass sich zwei gleichgeschlechtliche Vögel gegenseitig kraulen, wenn sie eng miteinander befreundet sind. Die Abbildung rechts zeigt die beiden Männchen Titan und Umbriel. Sie waren sehr eng miteinander befreundet. Gern kraulte Umbriel seinem Freund minutenlang den Kopf - und umgekehrt.

Junges Weibchen krault seinen Bruder Im Nistkasten kraulen die Eltern ihre Jungtiere, wenn die Federn bei diesen zu wachsen beginnen. Die Nestlinge kraulen später auch ihre Geschwister, wenn sie alt genug sind und den Kopf ausreichend lange aus einer Kraft heben können. Aufgrund der Enge des Nistkastens hat die soziale Gefiederpflege bei den einzelnen Familienmitgliedern außerdem eine beschwichtigende Funktion, weil es ohne solche gegenseitigen Freundschaftsdienste und Beschwichtigungen rasch zu Streitereien und vermehrten Aggressionen kommen könnte. Erst einige Wochen nach dem Verlassen des Nistkastens hören die Geschwister damit auf, einander zu kraulen. In der Abbildung in diesem Absatz sind zwei etwa fünf Wochen alte Geschwister zu sehen. Sirius, rechts, krault ihren Bruder Mimas, der jedoch gerade seine Ruhe haben möchte und sich deshalb von seiner Schwester abwendet.

 
 
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