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  Home > Werdegang eines Kükens > Der Tag vor dem Schlupf
     
 

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Vor etwa 17 Tagen hat die Wellensittichmutter das Ei gelegt und es seitdem fürsorglich bebrütet. Weil sie es konstant warm gehalten hat, konnte sich im Inneren aus einer befruchteten Eizelle ein Embryo entwickeln – bis hin zu einem Küken, das inzwischen fast bereit für das Schlüpfen ist. Wie bereit, wird offensichtlich, wenn man die Ohren spitzt. Denn im Ei tut sich etwas. Das Jungtier verursacht Geräusche, weil es sich ständig um seine Achse dreht. Dass es bereits so mobil ist, hat einen wichtigen Grund: Mit seinem Eizahn, einem harten und wie ein kleiner Dorn geformten Fortsatz auf dem Oberschnabel ritzt es von ihnen die Schale des Eis an, und das einmal im Kreis. Auch hört man das noch nicht geschlüpfte Küken in regelmäßigen Abständen von innen gegen die Schale klopfen. Möglicherweise prüft es so, ob es bereits Fortschritte beim Anritzen der Schale gemacht hat.

Es nimmt zudem mit der Mutter Kontakt auf, indem es leiste piepst. Meist antwortet ihm das brütende Wellensittichweibchen mit leisen Tönen und berührt das Ei mit dem Schnabel. Manchmal wendet sie es auch äußerst behutsam. Es wird vermutet, dass die Mutter ihren Nachwuchs so zum Schlüpfen ermuntert. Diese akustische Unterstützung kann das junge Vogelkind gut gebrauchen, denn es kostet viel Anstrengung, die harte und stabile Eischale zu durchstoßen. Eigentlich dauert das Schlüpfen also viel länger, als häufig angenommen wird. Tatsächlich "arbeitet" das Küken wie hier beschrieben schon am Tag vor dem eigentlichen Schlupf mit vollem Körpereinsatz.

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