Fini, adoptiert am 17. September ’14, † 25. Januar ’17

Finis Markenzeichen waren ein paar widerspenstige Federn am Hinterkopf.
Finis Markenzeichen waren ein paar widerspenstige Federn am Hinterkopf.

Fini war eine sehr freundliche, aber schüchterne Vogeldame. Sie hat zum Glück zeitlebens niemals wirklich schlechte Erfahrungen mit Menschen müssen. Das heißt aber nicht, dass sie immer auf der Sonnenseite des Lebens ihr Dasein genießen konnte. Obwohl sie früher in einem liebevollen Zuhause gelebt hat, änderte sich ihr unbeschwertes Leben schlagartig, als sie einen folgenschweren Unfall hatte. Bei diesem Unglück zog sich Fini eine Verletzung an der rechten Schulter zu und büßte dadurch ihre Flugfähigkeit ein – für immer! Innerhalb des Schwarms verlor sie dadurch den Anschluss, weil sie mit den anderen Fliegern nicht mehr umherflattern konnte. Ständig blieb sie am Boden zurück und fühlte sich offenkundig nicht ganz wohl in dieser für sie ungewohnten und sicher sehr frustrierenden Situation. Ihre Halterin entschied sich deshalb dazu, sich von der gehandicapten Vogeldame zu trennen und für sie einen Platz in einem Vogelschwarm zu suchen, in dem Fini weitere gehandicapte Gefährten haben und denen sie sich anschließen können würde.

Selbst grün gefärbt, war Fini ein großer Fan grüner Männchen.
Selbst grün gefärbt, war Fini ein großer Fan grüner Männchen.

Wir nahmen im Sommer 2014 Kontakt miteinander auf und es dauerte leider eine Weile, bis ein Transport für Fini organisiert werden konnte – sie musste aus dem Raum Stuttgart ins Ruhrgebiet gebracht werden. Am 17. September 2014 war es endlich so weit und Fini wurde von einem Mitglied des Vereins der Wellensittich-Freunde Deutschland e. V. zu mir gebracht, über dessen Forum die Vermittlung stattgefunden hatte. Von diesem Tag an war die hübsche Vogeldame also offiziell ein Mitglied des Birds-Online-Schwarms und lebte sich schnell ein. Anfangs konnte sie überhaupt nicht fliegen, doch nach einiger Zeit änderte sich dies ein wenig. Wenn sie an hoch gelegene Stellen kletterte und von dort startete, konnte sie ein wenig durch die Luft gleiten. Weil ihre geschädigte Schulter aber nicht so gut bewegt werden konnte wie die gesunde, bekam Fini keinen Auftrieb beim Flattern und konnte demnach nur Sinkflüge durchführen. Ihre Landungen waren mitunter etwas verwegen, weil sie ebenfalls wegen der defekten Schulter nicht sonderlich gut bremsen konnte. Das hielt sie aber nicht davon ab, dennoch mitunter kleine „Rundflüge“ durch das Vogelzimmer zu absolvieren.

Das intensive Liebesglück zwischen Fini (rechts) und Sean währte leider nur sehr kurz.
Das intensive Liebesglück zwischen Fini (rechts) und Sean währte leider nur sehr kurz.

Unter meinen Vogelmännern fand sie lange Zeit keinen Partner, was einen triftigen Grund hatte, den ich jedoch zunächst nicht erkannte: Fini mochte nur grüne Männchen. Das zeigte sich, als ich im Urlaub war und sie in der der Pflegestelle verschiedenen grünen Männchen nachstelle. Sie waren alle vergeben und Fini konnte nicht bei ihnen landen. Andersfarbige Männchen versuchten ihrerseits ihr Glück bei ihr, doch sie wollte von ihnen nichts wissen. Es war offensichtlich, dass ein grünes Männchen als Partner für die wählerische Vogeldame gefunden werden musste. Im Sommer 2015 gelang es, ein wunderschönes wildfarbenes Wellensittichmännchen aus zweiter Hand aufzuspüren. Sean eroberte Finis Herz innerhalb weniger Minuten und eine wunderbare Romanze begann. Leider endete sie nach nur zwei Wochen mit dem tragischen Tod von Finis Gefährten. Obwohl er als gesund galt, starb Sean sehr plötzlich. Es zerriss mir das Herz, dass er so früh von uns gegangen war, denn in ihm hatte Fini einen liebevollen Partner gefunden.

Fini und ihr Partner Janus (links) waren ein echtes Traumpaar.Die arme Vogeldame war traurig und verstört und ich musste schnellstmöglich einen neuen Partner für sie finden. Grün sollte er wieder sein und ein Abgabevogel – gar nicht so einfach, denn es wurden zu jener Zeit Wellensittiche in allen erdenklichen Farben abgegeben, aber eben nicht in Grün. Schließlich hatte ich doch noch einmal Glück und fand einen passenden Herren, der schon bald nach Seans Tod bei mir einzog. Es dauerte nicht lang, bis sich Fini in den stattlichen Janus verliebte – und umgekehrt. Sie waren daraufhin fast ein Jahr unzertrennlich, bis er leider plötzlich und unerwartet aus dem Leben schied. Mein einziger Trost war, dass er nicht lange leiden musste. Doch für seine nun schon wieder zur Witwe gewordene Gefährtin brach die Welt zusammen …

Mehrmals täglich kraulte Ole liebevoll Finis Köpfchen.
Mehrmals täglich kraulte Ole liebevoll Finis Köpfchen.

Von einem Moment zum anderen war Fini wieder allein und ich stand zu allem Überfluss auch noch kurz vor meinem Umzug. In diesem Trubel konnte ich mich leider nicht darum kümmern, einen neune Partner für sie zu suchen. Außerdem sollten meine Vögel vorübergehend ins Vogelzimmer meiner Freundin ziehen, damit sie vom Umzugschaos nichts mitbekommen würden. Als Fini und die anderen abgeholt wurden, versprach ich ihr, direkt nach meinem Umzug einen grünen Partner für sie zu suchen. Dieses Versprechen brauchte ich aber nicht einzulösen, denn Fini nahm die Sache selbst in die Hand: Kaum war sie im Vogelzimmer meiner Freundin angekommen, flirtete sie mit einem charmanten und immer gut gelaunten grünen Männchen namens Ole. Innerhalb kurzer Zeit bandelten die beiden Vögel an und waren fortan unzertrennlich. Meine Freundin beschloss, dass sie ihn hergeben und mit Fini zu mir ziehen lassen würde. So kam es, dass Fini nach meinem Umzug zusammen mit ihrem selbst gewählten Partner ins Vogelzimmer meiner neuen Wohnung einzog.

Fini im Porträt.
Fini im Porträt.

Dort lebten sie einige Monate glücklich zusammen, bis Fini Anfang 2017 leider sehr schwer erkrankte. Eine Operation, die eigentlich ihr Leben retten sollte, offenbarte massive Organveränderungen in ihrer Bauchhöhle, die auf Tumoren zurückgingen. Der Tierarzt entschied sich, die todkranke Fini nicht weiter leiden zu lassen und schläferte sie in der Narkose ein. Meine zauberhafte grüne Vogeldame schloss ihre Augen am 25. Januar 2017 bedauerlicherweise für immer. Ich werde sie nie vergessen und die Erinnerung an sie im Herzen tragen.

Finis Gefiederzeichnung entsprach derjenigen wildfarbener Wellensittiche, allerdings war das Gefieder aufgehellt, was sich vor allem an jenen Stellen zeigte, die bei den wildfarbenen Vögeln schwarz sind. Bei Fini waren diese Gefiederbereiche graubraun gefärbt.