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Wer mehrere Wellensittichpaare hält, die normalerweise bestens
miteinander harmonieren, sollte sich dessen bewusst sein, dass es
während der Brutphase zu Problemen kommen kann. Vor allem die
Hennen entwickeln gegenüber ihresgleichen
ein enormes Aggressionspotential, das sich zuweilen
in blutigen Kämpfen entlädt. Aber auch die Hähne sind während
der Brutphase sehr viel angriffslustiger als zu anderen Zeiten. Es ist deshalb wichtig, einige
Regeln zu beachten und über ein solides Grundwissen bezüglich der
Versorgung
von Bisswunden sowie über eine gut ausgestattete
Hausapotheke
zu verfügen.
Der attraktivste Nistplatz
Eben weil es zu solchen Streitigkeiten kommt, wenn mehrere Paare in einer gemeinsamen Voliere untergebracht sind und dort brüten sollen - man spricht hierbei von einer sogenannten Koloniebrut oder Gruppenbrut -, bevorzugen viele Züchter die Einzelbrut. Das heißt, sie setzen die einzelnen Paare in separate Brutkäfige, die mit jeweils einem Nistkasten ausgestattet sind. So lassen sich Streit und Blutvergießen unter den Hennen am sichersten vermeiden. Das Foto unten zeigt eine Henne und ihren schon rund drei Wochen alten Nachwuchs. Die Vögel sind von einer eifersüchtigen Henne attackiert worden. Sie erlagen kurze Zeit später leider alle ihren schweren Verletzungen. Selbst der sofort zu Rate gezogene Tierarzt konnte für die Mutter und ihre beiden Küken nichts mehr tun.
Frustrierte Hennen
Im harmlosesten Fall stören Single-Hennen die Artgenossen des Schwarms wieder und wieder beim Geschlechtsakt, so dass diese echte Schwierigkeiten dabei haben, ein befruchtetes Gelege zustande zu bringen. Erheblich gefährlicher ist es, wenn eine frustrierte Single-Henne Besitzansprüche auf einen bereits besetzten Nistkasten stellt. Das unverpaarte Weibchen dringt in den Kasten ein und greift die darin brütende Henne brutal an. Weil die Besitzerin des Kastens meist überraschend angegriffen wird und aus ihrem Instinkt heraus das Gelege beziehungsweise die Nestlinge schützen will, wehrt sie sich kaum und erleidet oft schwere Bisswunden. Gebrochene Zehen, abgesplitterte Schnäbel, Fleischwunden, verletzte Augen sowie stark blutende Nasen oder Zungen sind bei solchen Kämpfen an der Tagesordnung. Leider kommt es immer wieder vor, dass bei einem solchen Angriff das brütende Weibchen von der eindringenden Henne tot gebissen wird.
Untreue Hähne
Wie man Konflikte vermeidet
So hart es auch sein mag, aber sofern man auf einer Gruppenbrut besteht, muss ein solcher Störenfried schnellstmöglich aus dem Schwarm genommen werden, bis die Nestlinge der brütenden Paare ausgeflogen sind. Notfalls muss eine aggressive Henne über mehrere Wochen vom Schwarm getrennt werden. Da es um Leben und Tod der brütenden Hennen und der Nestlinge geht, ist die zeitweise Separierung einer aggressiven Henne ein durchaus angemessenes Mittel. Besser wäre es jedoch, das Tier mit einem ruhigen Artgenossen zu vergesellschaften, wenn es sich wieder ein wenig beruhigt hat oder ganz auf die Gruppenbrut zu verzichten, um Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen. |
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