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Home > Wellensittichzucht > Fußringe - sind sie notwendig? | |||
Wer in Deutschland Wellensittiche züchtet, muss die Jungtiere ordnungsgemäß
beringen, denn der Verkauf unberingter Vögel ist verboten.
Der Fußring ist im übertragenen Sinne der Personalausweis des Vogels,
er weist ihn als legale Nachzucht aus. Weil viele Vögel, die zu besonders beliebten
Ziervogelarten gehören, in aller Welt illegal in ihrer
Heimat gefangen werden und als sogenannte Wildfänge in den Handel gelangen, wenn sie
die schrecklichen Transportbedingungen überlebt haben (solche Tiere werden in aller
Regel ins Land geschmuggelt), müssen legal nachgezüchtete Vögel von ihnen
unterscheidbar sein. Diese Unterscheidung ist unter anderem anhand des offiziellen Fußrings
möglich.
Nicht jeder Vogelhalter darf in Deutschland Wellensittiche züchten. Bevor man seine Vögel zur Brut schreiten lässt, muss man eine behördliche Zuchtgenehmigung beantragen und erhalten. Erst dann hat man die Erlaubnis, Wellensittiche zu züchten und auch erst dann hat man die Berechtigung, offizielle Fußringe bei den entsprechenden Ausgabestellen zu bestellen. Es gibt mehrere Arten von Fußringen, die in diesem Kapitel vorgestellt werden. Übrigens spielt es keine Rolle, ob der Ring bei einem Jungtier am linken oder am rechten Bein befestigt wird. Weitere Informationen über den Vorgang des Beringens finden Sie im entsprechenden Kapitel.
Offene Ringe (offizielle Variante)
Wirtschaftsgemeinschaft zoologischer Fachbetriebe
Fax: 0611/447553-33 In diese meist silbern gefärbten Metallringe sind Nummern und Buchstaben eingestanzt. Sie können wie das folgende Beispiel aufgebaut sein: Z NW III 2311660 Dabei steht das Z für den Verband, der den Ring ausgegeben hat, in diesem Fall der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF). Es gibt auch Ringe, die an dieser Stelle den Eintrag B tragen, dieser steht für den Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V. (BNA). Das Kürzel NW im Beispiel steht für das Bundesland, in dem der Vogel beringt worden ist; im Beispiel ist dies Nordrhein-Westfalen. Die Ziffer III steht für die Ringgröße und die Zahlenfolge 2311660 ist eine fortlaufende Nummer. Der Vogelhalter kann anhand dieser Ringnummer den Züchter nicht selbst ohne Weiteres herausfinden. Kommt es in einem Vogelbestand aber zu einem Ausbruch der Psittakose, kann die Ringnummer im Bedarfsfall dazu genutzt werden, den Züchter ausfindig zu machen. Offene Ringe zeichnen sich dadurch aus, dass sie ursprünglich nicht ringförmig sind und mit Hilfe einer Zange um den Fuß eines Sittichs gebogen werden können. Sie können deshalb sowohl Jung- als auch Altvögeln angelegt werden und weisen einen deutlich sichtbaren Spalt zwischen den beiden aufeinandertreffenden Enden des zuvor offenen Ringes auf. Züchter, die einem Verband angehören, der regelmäßig Vogelausstellungen veranstaltet und die ihre eigenen Tiere bei Wettbewerben anmelden, sind dazu verpflichtet, andere Ringe zu verwenden, die man nur Jungvögeln anlegen kann. So soll verhindert werden, dass die Züchter bei Ausstellungen und Wettbewerben zugekaufte Altvögel als ihre eigenen Nachzuchten ausgeben (siehe unten).
Offene Ringe (inoffizielle Variante)
Geschlossene Ringe
Sehr alte geschlossene Ringe der AZ tragen eine Aufschrift nach dem folgenden Schema: AZ - 04 - 005 - 12345 Hierbei stehen die beiden Buchstaben 09 für das Geburtsjahr des Vogels, im Beispiel also 2009. Alle von einem Züchter für das Kalenderjahr 2004 bestellten Ringe sind aufsteigend und durchlaufend numeriert, sie beginnen bei 001, 002 und so weiter. Dieser dreistellige Nummernblock ist an der Stelle des Rings zu sehen, in der im Beispiel oben "005" vermerkt ist. Trägt ein Vogel die Nummer 005 auf dem AZ-Ring, so bedeutet dies, dass er als fünfter Vogel des entsprechenden Kalenderjahrs vom Züchter beringt worden ist. Wann das gewesen ist, lässt sich nicht abschätzen. Es kann sein, dass ein Züchter bereits im Januar Jungtiere beringt hat. Doch wenn ein Züchter im Winter und Frühling keinen Nachwuchs hat ausbrüten lassen, kann die Beringung auch im Sommer erst erfolgt sein. Die fortlaufende Nummer bietet demnach keine zuverlässigen Hinweise darauf, wann im Jahr ein Vogel beringt worden ist. Auf dem Ring findet sich außerdem eine fünfstellige Nummer, die im Beispiel mit "12345" angegeben ist. Diese fünfstellige Nummer ist die Mitgliedsnummer des Züchters in der AZ, dem Verein für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht. Die Ringe, die von der AZ ausgegeben werden, sind jedes Jahr unterschiedlich gefärbt, wobei sich die Farben allerdings nach einigen Jahren durchaus wiederholen. Neuere AZ-Ringe sind zum Beispiel wiefolgt beschriftet: AZ 12345 P09 005 5,5 Dabei steht AZ für den Verband, die Nummer "12345" symbolisiert die Züchternummer. Die Angabe P09 steht für das Geburtsjahr eines Vogels, im Fall des Beispiels 2009. Ein im Jahr 2011 geschlüpfter und beringter Vogel hat dort folglich den Vermerk P11 auf seinem Ring. Sämtliche von einem Züchter für das Kalenderjahr 2009 beim Verband bestellten Ringe sind aufsteigend und durchlaufend numeriert, sie beginnen bei 001, 002 und so weiter. Die Nummer 005 aus dem Beispiel besagt, dass das Tier als fünfter Vogel des entsprechenden Kalenderjahrs vom Züchter beringt worden ist. Letzte Angabe neuerer AZ-Ringe ist eine Zahl wie die oben genannte 5,5. Es handelt sich dabei um die Ringgröße in Millimeter. AZ-Ringe sind in jedem Jahr anders gefärbt, die Farben wiederholen sich jedoch alle paar Jahre:
1995 = rot
Achtung: Anstelle des Vermerks "AZ" kann auf einem geschlossenen Fußring
auch ein anderes Kürzel stehen. "VZE" steht beispielsweise für
Vereinigung der Ziergeflügel- und Exotenzüchter und "DSV" für
Deutsche Standard-Wellensittich-Züchter-Vereinigung e.V.
Darüber hinaus gibt es geschlossene Ringe mit dem Kürzel "DKB", es steht für
Deutscher Kanarienzüchterbund e.V. Diese Ringe sind anders beschriftet, wie
man sie liest, erfahren Sie
hier
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