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  Weibchen nach einer Legenot Unter Legenot versteht man Probleme bei der Eiablage, die sich dadurch äußern, dass das Ei im Körperinnern feststeckt und nicht abgelegt werden kann. Hängt das Ei außerhalb des Körpers an der nach außen gestülpten Schleimhaut fest, spricht man hingegen von einem Kloakenvorfall. Die Abbildung rechts zeigt die mit Blut verkrustete Kloake einer Wellensittichhenne, die an Legenot gelitten hat. Das Ei wurde vom Tierarzt entfernt und es ging dem Weibchen innerhalb weniger Stunden erheblich besser. Rund um die Kloake hatte sich der Vogel zuvor die Federn ausgerissen.

Weibchen mit Legenot Die Legenot kann jede Henne treffen, egal, ob sie jung oder alt, unerfahren oder routiniert im Eierlegen ist. Ein Vogel, der unter einer Legenot leidet, sitzt anfangs schnaufend, mit aufgeplustertem Gefieder und breitbeinig da. Meist verweigert das Tier die Nahrungsaufnahme und lässt sich auch nicht vom Partner füttern. Innerhalb von Stunden wird der Vogel zusehends matter, weil er das Ei auch durch starkes Pressen nicht aus dem Legedarm bringen kann. In diesem Stadium beginnen viele der betroffenen Wellensittiche damit, sich in ihrer Verzweiflung die Federn am Bauch und rund um die Kloake auszureißen. Wächst die Erschöpfung noch weiter, legt sich die Henne auf den Bauch und kann den Kopf kaum noch aus eigener Kraft halten. Eine Legenot kann innerhalb von zwölf Stunden zum Tode des Vogels führen, weil er sich vollkommen verausgabt.

Röntgenbild eines Wellensittichweibchens mit Legenot  Röntgenbild eines Wellensittichweibchens mit Legenot

Gehen Sie bitte sofort mit einer Henne zum Arzt, wenn auch nur der geringste Verdacht auf Legenot besteht! Tun Sie dies selbst am Wochenende oder noch spät am Abend, weil der Vogel sehr wahrscheinlich nicht bis zum nächsten Morgen überleben würde! Tod durch Legenot gehört wohl zum Qualvollsten, was einem Vogelweibchen zustoßen kann. Halten Sie den kranken Sittich während des Transports möglichst warm, da unter Legenot leidende Hennen stark frieren.

Legenot bei einem Katharinasittich

Foto oben: Das Katharinasittichweibchen Maxi litt an einer starken Legenot. Ihre Kloake war enorm geschwollen und gerötet. Obwohl ihre Halterin alles versuchte, um Maxis Leben zu retten, starb die arme Maxi.

Wird eine Legenot rechtzeitig erkannt, kann der Tierarzt den Vogel in den meisten Fällen retten, indem er das Ei entfernt. Bitte experimentieren Sie nicht selbst herum, weil das Ei leicht im Legedarm zerbrechen und dabei die empfindlichen Schleimhäute verletzen kann! Dies könnte nicht nur zu einer schweren Blutung, sondern auch zu einer lebensbedrohlichen Infektion führen. Meist produziert die Henne nach der Legenot weitere Eier, die sie normalerweise ohne Probleme ablegt. Sollten sich auch beim nächsten Ei Schwierigkeiten ergeben, kann der Tierarzt eine Hormonbehandlung durchführen, um weitere Eiablagen vorerst zu unterbinden. Allerdings ist diese Hormonbehandlung nicht ohne Nebenwirkungen. Deshalb ist es ratsam, ein Weibchen, das unter Problemen bei der Eiablage gelitten hat, nicht mehr brüten zu lassen.

 
 
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