Genau genommen "nisten" Wellensittiche nicht, denn sie bauen keine Nester, also Gebilde aus
Zweigen, Halmen oder weichen Fasern.
Sie sind Höhlenbrüter, weshalb man ihnen am besten einen an ihre
Bedürfnisse angepassten Nistkasten für die Jungenaufzucht
zur Verfügung stellen sollte. Solche Nistkästen sind aus Holz gefertigt und
haben ein relativ kleines Einschlupfloch, vor dem sich eine Stange befindet,
die das Hereinklettern erleichtern soll. Erhältlich sind
solche Nistkästen beispielsweise bei Online-Versandhändlern oder
im Zoofachhandel. Abbildung in
diesem Absatz: Der Hahn füttert die Henne am
Einschlupfloch. Sitzt sie noch nicht fest auf ihrem Gelege,
begibt sie sich für die Nahrungsaufnahme ein Stück
weit aus dem Kasten.
Im Innern sollte ein artgerechter Nistkasten eine Mulde aufweisen, in welche die Henne
die Eier legen kann. Diese Mulde ist von allergrößter Wichtigkeit!
Ist der Boden des Nistkastens flach, weist er also keine Nistmulde auf, kann dies zu schweren
Knochendeformationen bei den Jungvögeln führen! Werden die
Jungvögel von ihrer Mutter auf dem flachen Boden liegend gewärmt, kugeln sehr rasch
die Hüftgelenke aus und ein schwerer
Hüftschaden ist die Folge.
Hieraus entstehen schwerste körperliche Behinderungen, die meist nicht mehr zu
beheben sind, wenn nicht umgehend eingegriffen wird! Ein vogelkundiger Tierarzt kann unter
Umständen die Hüften wieder richten, sofern ein Jungvogel, der sogenannte
Spreizbeine aufweist,
möglichst rasch behandelt wird. Allerdings ist nicht in jedem Fall eine Therapie
möglich.
Anders als andere Vogelarten bereiten Wellensittiche ihrem Nachwuchs keine besonders
weiche Kinderstube. Normalerweise polstern sie ihr Nest nicht aus. Manche Hennen verlieren
während der Brut einige Federn, diese dulden sie für gewöhnlich im Nistkasten.
Abbildung rechts: In diesem Nistkasten hat die Henne einige Federn verloren. Ihre vier
Eier liegen ungepolstert in der Nistmulde.
Sonstiges Nistmaterial werfen viele Hennen hinaus, wenn sie es im
Nistkasten vorfinden. Bei Männchen kann die Sache hingegen anders
aussehen. Einmal konnte ich ein Sittichpaar dabei beobachten, wie es sich
bezüglich der Innenausstattung seines Nistkastens überhaupt
nicht einig werden konnte. Der Hahn trug fleißig Kleintiereinstreu
(z. B. für Meerschweinkäfige) in den Kasten. Die Henne warf die Einstreu umgehend
wieder hinaus, sobald ihr Gatte den Nistkasten verlassen hatte, um einen
weiteren Schnabel voll Holzschnipsel herbeizuschaffen. Weil das Weibchen
in der Ehe offenbar die Hosen an hatte, gewann sie letztlich, er gab sich
erschöpft geschlagen.
Es ist jedoch ebenso möglich, dass die Vögel (vom Menschen) in den Nistkasten
eingebrachtes Nistmaterial dulden. So legte ich einmal selbst einen Kasten mit
Kleintiereinstreu aus, weil das darin aufgezogene Jungtier mit sehr feuchtem Futter ernährt
wurde und entsprechend nassen Kot ausschied. Die Kleintiereinstreu ließ
sich täglich ohne großen Aufwand wechseln, ohne dass sich die sehr
zutrauliche Mutter und der Jungvogel dadurch übermäßig gestört
fühlten. Viele Vogelzüchter, so auch
Caro Heeb ,
die das rechts gezeigte
Foto zur Verfügung stellte, haben mit Kleintiereinstreu als
Nistkasten-Bodenbelag gute Erfahrungen gesammelt.
Handgefertigte Nistkästen liefern in Deutschland beispielsweise der Händler
Nistkastenbude ,
Nisthöhlen aus Naturstämmen hat Reinhold Hackmann (Nisthöhlen.de )
im Sortiment.
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