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  Für Vogelzüchter ist die Papageienkrankheit eine ernste Angelegenheit. Vor allem bei Jungvögeln bricht die hochgradig ansteckende Infektion aus und oft steckt sich nicht nur der gesamte Vogelbestand an, sondern auch der Tierhalter selbst. In Anlehnung an den lateinischen Namen der Papageienvögel (Psittacidae) heißt die Papageienkrankheit auch Psittakose oder früher Psittacose.

Es war ein Papagei, der diese Krankheit als erster Vogel auf den Menschen übertrug, weshalb sie ihren Namen erhielt. Heute weiß man jedoch, dass sich die Infektion von allen Vogelarten auf den Menschen übertragen kann. Deshalb wird die Papageienkrankheit immer öfter als Ornithose bezeichnet, was fachlich korrekter ist. Unter Vogelhaltern hat sich der Begriff Papageienkrankheit allerdings mehr eingebürgert.

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr gilt die Psittakose als Seuche und ist deshalb in Deutschland nicht nur meldepflichtig, sondern auch anzeigepflichtig. Das heißt, es wird normalerweise auf die Krankheit hingewiesen, wann immer sie irgendwo auftritt (im schlimmsten Fall mit Absperrband vor dem Hauseingang des betroffenen Vogelhalters). Pro Jahr werden durchschnittlich zwischen 350 und 500 Fälle der Krankheit registriert. Auch wenn nur der geringste Verdacht auf Psittakose besteht, ist der Vogelhalter gesetzlich dazu verpflichtet, beim Tierarzt oder beim zuständigen Veterinäramt umgehend Meldung darüber zu erstatten.

Der Erreger der Krankheit heißt Chlamydia psittaci. Dieses Lebewesen zählt weder zu den Viren, noch zu den Bakterien. Wie die meisten Chlamydien-Infektionen überträgt sich die Papageienkrankheit über das Einatmen verseuchten Staubs. Große Gefahr geht daher von der mit dem Kot der Vögel durchsetzten Käfigeinstreu (Vogelsand, Buchenholzgranulat, etc.) aus. Von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome der Krankheit können bis zu 100 Tage vergehen.

Eindeutige Symptome, anhand derer man die Papageienkrankheit als Laie beim Vogel sicher erkennen kann, existieren nicht. Von akuten Atemwegserkrankungen bis hin zu plötzlichen Todesfällen reicht das Spektrum möglicher Erscheinungsbilder. In vergleichsweise vielen Fällen beginnt die Infektion mit einer Entzündung der Bindehäute, Schnupfen und Atembeschwerden. Einige Vögel haben darüber hinaus grünlichen Durchfall. Der Tod tritt meist zwischen zwei und zehn Wochen nach Ausbruch der Krankheit ein.

Auch Menschen können sich mit der Psittakose infizieren, deshalb wird die Krankheit als sogenannte Zoonose bezeichnet, also als Krankheit, die von Tieren auf Menschen übertragbar ist. Die Symptome ähneln denen einer Grippe mit Gliederschmerzen, Schmerzen beim Einatmen, Kopfschmerzen und starken Fieberschüben. Eine unbehandelte Psittakose verläuft auch beim Menschen in vielen Fällen tödlich! Über eine Blutprobe kann man die Krankheit beim Menschen nachweisen. Bei Vögeln lassen sich die Chlamydien in einer frischen Kotprobe ausfindig machen oder ein Antikörpertest an einer Blutprobe kann Auskunft über eine eventuell bereits überstandene Infektion geben.

Früher wurden alle Vögel eines Bestandes getötet, in dem die Papageienkrankheit ausgebrochen war. Davor braucht man sich heute als Vogelhalter nicht mehr zu fürchten, weil inzwischen wirksame Medikamente erhältlich sind, die große Chancen auf Heilung bergen. Rechtzeitig erkannt, ist die Papageienkrankheit mit Chlortetracyclinen relativ gut behandelbar. Nur in sehr schweren Fällen werden einzelne Vögel eingeschläfert, was für den Halter sicher sehr unangenehm ist, wodurch sich jedoch ein Großteil seines Vogelbestandes retten lässt.

Der Vogelhalter selbst muss sich wie bei allen von Tieren auf den Menschen übertragenen Krankheiten auch behandeln lassen, sofern er sich angesteckt hat. Eine rasch erkannte Ornithose ist beim Menschen innerhalb kürzester Zeit heilbar.

 
 
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