Brit

Die Grasmatten-Schaukel mag Brit sehr gern, inzwischen hat die Vogeldame zum Glück deutlich mehr große Federn.
Die Grasmatten-Schaukel mag Brit sehr gern, inzwischen hat die Vogeldame zum Glück deutlich mehr große Federn.

Im August 2019 erfuhr ich, dass der damals noch existierende Verein der Wellensittich-Freunde Deutschland e. V. (VWFD) in eine Vogelrettungsaktion involviert war, bei der es um über 100 Wellensittiche ging. Derart viele Vögel gleichzeitig in liebevolle Hände zu vermitteln, ist an sich schon schwierig. Hinzu kam in diesem Fall aber, dass viele der Vögel noch sehr jung waren und bedauerlicherweise massive Gefiederstörungen zeigten. Es war also davon auszugehen, dass sie entweder an der Französischen Mauser (hervorgerufen durch Polyomaviren) oder an PBFD (verursacht durch Circoviren) litten. Beide Erkrankungen sind unheilbar und obendrein ansteckend. Vor allem Letzteres erschwert die Vermittlung der davon betroffenen Vögel meist erheblich, da sie nur von Menschen aufgenommen werden sollten, deren eigene Vögel ebenfalls Träger dieser Virusinfektionen sind. Als wäre all das noch nicht schlimm genug, waren einige der Vogel gehandicapt. Teils lag dies an den bereits erwähnten Gefiederstörungen, weil sie wegen der fehlenden Federn nicht fliegen konnten, und teils an anderen Ursachen wie Stürzen und dadurch verursachten Verletzungen.

Brit ist leider flugunfähig.
Brit ist leider flugunfähig.

Seinerzeit war mir klar, dass ich helfen musste. Ich bot als vorübergehende Pflegestelle einen Platz für sechs Vögel an – mit der Option, ein bis zwei besonders schwer gehandicapte Vögel letztlich selbst zu behalten. Die restlichen vier oder fünf Vögel würden vermittelt werden, davon ging ich damals noch aus. Weil ich ohnehin Virusinfektionen in meinem Vogelschwarm habe und mein Vogelzimmer behindertengerecht eingerichtet ist, sah ich kein Problem darin, vorübergehend trotzdem gleich sechs Pflegevögel zu beherbergen. Meine Schützlinge trafen am 13. August 2019 bei mir ein, nachdem sie kurz zuvor einem Tierarzt vorgestellt worden waren. Unter ihnen befand sich auch Brit, um die es auf dieser Seite geht.

Brit mit ihrer Freundin Kara, die ebenfalls aus dem Vogelnotfall 2019 stammt.
Brit mit ihrer Freundin Kara, die ebenfalls aus dem Vogelnotfall 2019 stammt.

Zunächst einmal mussten die sechs Vögel in Quarantäne bleiben, weil sie leider unter einem Befall mit Räudemilben litten. Außerdem waren in dem Bestand, aus dem sie stammten, bei einigen Vögeln Trichomonaden nachgewiesen worden. Also mussten sie auch gegen diese Parasiten behandelt werden. Während der Quarantänezeit stellte sich heraus, dass der am schwersten gehandicapte Vogel der junge Barry war. Ich entschied, dass er den festen Platz im Vogelzimmer bekommen sollte, gemeinsam mit Mel, die seine Partnerin war und ebenfalls nicht fliegen konnte. Brit und die anderen drei Weibchen fand ich zuckersüß, aber ich versuchte, mich nicht zu sehr in sie zu verlieben, denn es stand ja fest, dass sie vermittelt werden sollten. Letztlich kam aber alles ganz anders. Monatelang fanden sich keine Interessenten für unsere zugegebenermaßen komplizierten Pfleglinge. Zudem gewöhnte ich mich mehr und mehr an sie, nein, genau genommen schloss ich sie ins Herz und konnte mir irgendwann nicht mehr vorstellen, sie wegzugeben. Am 28. März 2020 unterzeichnete ich die Adoptionspapiere für meine verbliebenen Pflegevögel aus dem Notfall 2019; Mel und Barry hatte ich bereits ein wenig früher offiziell aufgenommen.

Im Kletternetz herumzuturnen, gefällt der sportlichen Brit.
Im Kletternetz herumzuturnen, gefällt der sportlichen Brit.

Aber wer ist denn nun eigentlich die zauberhafte Brit, die mich in jenen Monaten gemeinsam mit ihren Gefährtinnen so sehr um den Finger gewickelt hat? Geboren wurde sie schätzungsweise im Februar/März 2019. Das schließe ich daraus, dass sie die Jugendmauser gerade abgeschlossen hatte, als sie in meine Obhut gelangt war. Obwohl sich ihr Gefiederzustand zusehends gebessert hat, ist Brit flugunfähig. Ihr Kleingefieder ist vollständig intakt, sie hat keine kahlen Stellen am Körper. Die Schwanzfedern hatten einst gefehlt, sind aber nachgewachsen. Dasselbe gilt für den Großteil der Schwungfedern, also der langen Federn an den Flügeln. Trotzdem können diese sie nicht in der Luft halten und sie ist eine kleine „Bruchpilotin“. Zum Glück kann Brit sehr gut klettern. Vor allem das große Kletternetz hat es ihr angetan. Sie flitzt darin so schnell auf und ab, dass andere Vögel, die ihr auf den Fersen sind regelmäßig von ihr abgehängt werden.

Brit ist ein ruhiger und freundlicher Vogel.
Brit ist ein ruhiger und freundlicher Vogel.

Ihr Charakter lässt sich als ruhig und ausgeglichen beschreiben. Gern sitzt sie auf der großen Weidenringschaukel oder auf anderen Kletterspielzeugen und zwitschert leise vor sich hin. Sie mag es, wenn um sie herum viel los ist, mischt dabei aber nicht ständig aktiv mit. Viel lieber hält sie sich im Hintergrund und schaut neugierig zu. Das heißt aber nicht, dass sie immer faul herumsitzt. Mit großer Begeisterung turnt sie akrobatisch und geschickt im großen Kletternetz herum. Mit ihrem freundlichen Wesen hat sie das Männchen Helios erobert. Er krault und füttert sie gern und häufig, aber mitunter flirtet er auch fremd, zum Beispiel mit Lena oder Alana. Dann ist Brit oft ziemlich ungehalten und es kann sogar sein, dass die sonst sehr sanftmütige Vogeldame ihren treulosen Partner ein wenig verprügelt. Irgendwie verständlich … Man darf gespannt sein, wie diese turbulente Liebesgeschichte langfristig weitergehen wird. Als diese noch lebte, war Kara Brits enge Freundin.

Brit liebt ausgiebiges Baden und ist hinterher immer völlig durchnässt.
Brit liebt ausgiebiges Baden und ist hinterher immer völlig durchnässt.
Helios (links) hat sich in die hübsche Brit verliebt.
Helios (links) hat sich in die hübsche Brit verliebt.

Hintergrundbild für Ihren Desktop

Von Brit gibt es ein Wallpaper für Ihren Desktop am Computer, siehe Bildersammlung.