{"id":1548,"date":"2017-07-19T19:06:18","date_gmt":"2017-07-19T17:06:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.birds-online.de\/wp\/?page_id=1548"},"modified":"2024-03-08T06:50:33","modified_gmt":"2024-03-08T05:50:33","slug":"erfahrungsbericht-bakterielle-enzephalitis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/bo\/gesundheit-handicaps\/gesundheit\/infektionskrankheiten\/gehirnentzuendung\/erfahrungsbericht-bakterielle-enzephalitis\/","title":{"rendered":"Erfahrungsbericht bakterielle Enzephalitis"},"content":{"rendered":"\t\t\t<!-- Flexy Breadcrumb -->\r\n\t\t\t<div class=\"fbc fbc-page\">\r\n\r\n\t\t\t\t<!-- Breadcrumb wrapper -->\r\n\t\t\t\t<div class=\"fbc-wrap\">\r\n\r\n\t\t\t\t\t<!-- Ordered list-->\r\n\t\t\t\t\t<ol class=\"fbc-items\" itemscope itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BreadcrumbList\">\r\n\t\t\t\t\t\t            <li itemprop=\"itemListElement\" itemscope itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ListItem\">\r\n                <span itemprop=\"name\">\r\n                    <!-- Home Link -->\r\n                    <a itemprop=\"item\" href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\">\r\n                    \r\n                                                    <i class=\"fa fa-home\" aria-hidden=\"true\"><\/i>                    <\/a>\r\n                <\/span>\r\n                <meta itemprop=\"position\" content=\"1\" \/><!-- Meta Position-->\r\n             <\/li><li><span class=\"fbc-separator\">>><\/span><\/li><li class=\"active\" itemprop=\"itemListElement\" itemscope itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ListItem\"><span itemprop=\"name\" title=\"Erfahrungsbericht bakterielle Enzephalitis\">Erfahrungsbericht bakterielle Enzephalitis<\/span><meta itemprop=\"position\" content=\"2\" \/><\/li>\t\t\t\t\t<\/ol>\r\n\t\t\t\t\t<div class=\"clearfix\"><\/div>\r\n\t\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\t\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erfahrungsbericht bakterielle Enzephalitis<\/h2>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"su-note\"  style=\"border-color:#badda9;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;\"><div class=\"su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim\" style=\"background-color:#d4f7c3;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;\"><strong>Achtung:<\/strong>\u00a0Die auf Birds-Online.de angebotenen Texte und Bilder rund um das Thema Erkrankungen von V\u00f6geln sind als Informationsquelle gedacht. Bitte bringen Sie Ihre erkrankten V\u00f6gel immer schnellstm\u00f6glich zu einem fachkundigen Tierarzt!<\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bakteriell bedingte Enzephalitis (Entz\u00fcndung des Gehirns) bei meinem Wellensittichweibchen Viktoria<\/h3>\n\n\n\n<p><em>Text und Bilder von Petra Daiss, M\u00e4rz 2009<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/enzephalitis-bericht_wellensittich_viktoria01.jpg\" data-src=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/enzephalitis-bericht_wellensittich_viktoria01.jpg\" data-thumb=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/enzephalitis-bericht_wellensittich_viktoria01.jpg\" class=\"ml-lightbox-enabled\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/enzephalitis-bericht_wellensittich_viktoria01.jpg\" alt=\"Der gr\u00fcne Wellensittich Viktoria litt an einer Enzephalitis.\" class=\"wp-image-4430\" style=\"width:300px\" srcset=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/enzephalitis-bericht_wellensittich_viktoria01.jpg 600w, https:\/\/www.birds-online.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/enzephalitis-bericht_wellensittich_viktoria01-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der gr\u00fcne Wellensittich Viktoria litt an einer Enzephalitis.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Es fing damit an, dass mir mein Mitbewohner, als ich vor ein paar Wochen von der Arbeit nach Hause kam sagte, dass irgendetwas mit dem Fu\u00df meines gr\u00fcnen Opalin-Wellensittichs Viktoria nicht stimmen w\u00fcrde. Insgesamt habe ich f\u00fcnf Wellensittiche.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schaute mir die Sache an und bemerkte, dass es ihr schwerzufallen schien, mit dem linken Beinchen nach der Stange zu greifen. Wenn sie es versuchte, schien sie irgendwie abzurutschen. Ansonsten erkannte ich keine Ver\u00e4nderung an ihr. Sie schien sich nicht irgendwie unwohl zu f\u00fchlen oder \u00c4hnliches. Was denkt man nun, wenn man so etwas sieht?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, zum einen ist mein Vogel jetzt schon drei Jahre alt und f\u00e4llt damit bereits in tumorgef\u00e4hrdete Alter. Das war sicher mein erster Gedanke. Dann denkt man \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/bo\/gesundheit-handicaps\/gesundheit\/sonstige-krankheiten-symptome\/vitaminmangel\/\">Vitaminmangel<\/a> nach, was mir aber eher seltsam vorkam, weil ich m\u00f6glichst auf gutes Futter achte, soweit ich die Futterqualit\u00e4t beurteilen kann, und zwei Mal pro Woche Vitamintropfen gebe. Eine <a href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/bo\/gesundheit-handicaps\/gesundheit\/sonstige-krankheiten-symptome\/vergiftungen\/\">Vergiftung<\/a> hielt ich ebenfalls f\u00fcr eher unwahrscheinlich. Eine Verletzung w\u00e4re eventuell noch infrage gekommen &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>So wartete ich erst einmal ab, wie es am n\u00e4chsten Tag aussehen w\u00fcrde &#8230; Und am n\u00e4chsten Tag war von dem ganzen Spuk gar nicht mehr zu bemerken. So weit, so gut &#8230; Ganz traute ich der Sache aber noch nicht. Ich dachte jedoch vorerst, dass die Kleine sich vielleicht nur ein wenig den Fu\u00df gezerrt h\u00e4tte. Ich wollte es aber im Auge behalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ging etwa eine Woche lang gut. Dann ganz pl\u00f6tzlich, als ich am Abend gerade bei den Tieren sa\u00df, machte sich die Kleine bemerkbar durch aufgeregtes Gezwitscher und pl\u00f6tzliches Auffliegen. Ich sah es nur ganz kurz und bin mir deshalb selber nicht v\u00f6llig sicher: Das linke F\u00fc\u00dfchen schien unnat\u00fcrlich nach oben gebogen zu sein \u2013 ich meine den Teil des Fu\u00dfes mit den Krallen. Es sah also nach einem Krampf aus. Das verschwand auch gleich wieder. Aber als der Vogel zu landen versuchte, klappte es nicht. Die Kleine rutsche st\u00e4ndig ab. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie eine M\u00f6glichkeit fand, doch noch zu landen. Und dann erschien sie mir au\u00dfer Atem und ver\u00e4ngstigt zu sein. Das sah wirklich nach einem Vitaminmangel aus. Aber so ganz konnte ich mir keinen Reim daraus machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun habe ich zu Hause ein Buch \u00fcber V\u00f6gel, in dem es um Hom\u00f6opathie und Kr\u00e4uteranwendungen geht, das von zwei Tier\u00e4rzten verfasst worden ist (&#8220;V\u00f6gel \u2013 Hom\u00f6opathie und Kr\u00e4uteranwendungen, Dr. Alois Weber\/Werner Treben, ISBN: 978-3850684507&#8221;). Darin werden auch Krankheitssymptome beschrieben, unter anderem Erkrankungen des Nervensystems. Diese sind wohl h\u00e4ufig bei Wellensittichen. Vor allem die F\u00fc\u00dfe sind oft betroffen. Beschrieben wurden <a href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/bo\/gesundheit-handicaps\/gesundheit\/hautkrankheiten\/tumoren\/\">Tumoren<\/a>, Vitaminmangel, Vergiftungen, <a href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/bo\/gesundheit-handicaps\/gesundheit\/hautkrankheiten\/verletzungen-behandeln\/#Quetschwunden\">Quetschungen<\/a>, Zystenbildung an den inneren Organen, die dann auf den Ischiasnerv dr\u00fccken und somit zu L\u00e4hmungen f\u00fchren, verschiedene Krankheiten, wie Newcastle Disease, Salmonelleninfektion, Tuberkulose, und Psittakose (<a href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/bo\/gesundheit-handicaps\/gesundheit\/infektionskrankheiten\/papageienkrankheit\/\">Papageienkrankheit<\/a>) nat\u00fcrlich. Alles, nur das nicht, was ich gebraucht h\u00e4tte, aber was soll man denken, solange man sich doch selbst nicht besser auskennt mit all diesen Sachen. Ich habe nachgedacht und nachgedacht, was es sein k\u00f6nnte &#8230; Vor allem war es dann auch noch so, dass es am n\u00e4chsten Tag pl\u00f6tzlich der rechte Fu\u00df zu sein schien, der nicht richtig funktionierte, und der linke war besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun arbeite ich in einer Gro\u00dfk\u00fcche, und gerade an diesen Tagen hatte ich eine Menge \u00dcberstunden abzuleisten, war zum Teil mit der Zeit f\u00fcr den Heimweg bis zu 15 Stunden weg von zu Hause und konnte daher nicht so schnell zu meinem Tierarzt gehen, jedenfalls nicht in die normale Sprechstunde. Und da ich mir unsicher war, ob nicht vielleicht doch ein Tumor dahinter steckte, dachte ich, dass es eh nicht helfen w\u00fcrde, schnell hinzugehen. Es w\u00fcrde nichts \u00e4ndern, da niemand mehr wirklich helfen k\u00f6nnte, wenn es so w\u00e4re. Diese Einsch\u00e4tzung war ein gro\u00dfer Fehler, im Nachhinein gesehen &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Circa drei Tage nach dem Krampfanfall am F\u00fc\u00dfchen entdeckte ich ein weiteres Symptom. Mir fiel ein ganz leichtes Schwanken in der Bewegung auf, als sich der Vogel herunter beugte, um Futter aus einer Schale zu fressen. Erst dachte ich, dass ich mich eventuell t\u00e4uschte. Aber es steigerte sich in den folgenden Tagen. Das F\u00fc\u00dfchen erschien mir auch weiterhin nicht richtig gel\u00e4hmt, sondern irgendwie &#8220;ungeschickt&#8221;. Wenn sich das Tier auf einer Stange umdrehen wollte, dann rutschte das Bein mehrmals an der Stange vorbei, bevor es sie richtig erwischte. Zudem schien es so, dass zwar vor allem das rechte Beinchen betroffen war, aber auch das linke kam mir nicht richtig in Ordnung vor. Ansonsten hatte ich bis dahin nicht den Eindruck, als w\u00fcrde dem Vogel irgendetwas fehlen, lediglich die seltsamen Bewegungsst\u00f6rungen fielen auf. Da war kein Durchfall, keine Schw\u00e4che, kein Aufplustern wie bei Untertemperatur. Das Fliegen funktionierte sehr gut und der Appetit war normal.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kam schon auf den Gedanken, beim Tierarzt nachzufragen, ob das Tier eventuell einen Gichtanfall haben k\u00f6nnte, da ich am Tag bevor es zum zweiten Mal zu Anf\u00e4llen gekommen war Mausertropfen gegeben hatte, weil ein anderer Vogel sich etwas schwer zu tun schien mit seiner Mauser. Diese Tropfen enthalten relativ viel Eiwei\u00df. Und viel Vitamin B, verr\u00fcckterweise &#8230; Was mich noch mehr irritierte. Ich \u00fcberlegte, ob das Tier ein Problem haben k\u00f6nnte mit der Aufnahme von Vitaminen. Ich wusste wirklich so langsam keinen Rat mehr. Zum Gl\u00fcck hatte ich dann bald meinen freien Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend dann, bevor ich zum Tierarzt gehen konnte, merkte ich schlie\u00dflich meinem Mitbewohner gegen\u00fcber an, dass ich mir nicht helfen kann, aber ich denke und denke nach \u2013 nichts passt richtig, aber wenn ich mal ganz unfachm\u00e4nnisch raten d\u00fcrfte, dann k\u00e4men mir die Symptome des Vogels am ehesten so vor, als h\u00e4tte sie eine Multiple-Sklerose-Erkrankung im Schnelldurchgang &#8230; Ich w\u00fcnschte mir, diese Art von Fantasie h\u00e4tte ich fr\u00fcher und schneller angewendet, dann h\u00e4tte ich vielleicht rascher verstanden &#8230; Schlie\u00dflich lernte meine Generation noch, was die Symptome einer Tollwut sind! Ein Welli hat nat\u00fcrlich im Normalfall nie eine Tollwut, so etwas kommt bei V\u00f6geln nur ganz selten vor, wegen ihrer hohen K\u00f6rpertemperatur. Aber Tollwut l\u00f6st ebenfalls eine sehr schwere Enzephalitis aus. Und zwei ihrer Symptome sind Bewegungsst\u00f6rungen und L\u00e4hmungen. Und genau das geh\u00f6rt auch zu den Symptomen von Enzephalitiden, die von anderen Erregern ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging ich also mit dem Vogel zum Arzt. Gleich morgens, als er \u00f6ffnete. Der Tierarzt schaute sich das Tier an, entdeckte das Schwanken der Bewegungen und sagte sofort: Das ist eine Enzephalitis. Das erkl\u00e4rt die starke Reaktion auf Licht, und dadurch die Verst\u00e4rkung der Symptome, also das verst\u00e4rkte Schwanken, nachdem er das Tuch wegnahm, welches ich \u00fcber den K\u00e4fig gelegt hatte. Er sagte weiter, dass es nun darauf ank\u00e4me, wodurch die Erkrankung verursacht werde. Wenn es Bakterien seien, helfe eine Behandlung mit Antibiotika wahrscheinlich. K\u00e4me es hingegen durch Viren, dann k\u00f6nne man nicht helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er gab ihr dann auch gleich die erste Dosis Antibiotikum. Zudem empfahl er, das Tier in einen separaten K\u00e4fig zu setzen und diesen abzudunkeln oder in eine dunklere Ecke zu stellen. Wenig Stress, viel Ruhe, viele Vitamine zu geben \u2013 vor allem B-Vitamine, hoch dosiert. Und unbedingt darauf zu achten, dass sie etwas frisst. Er verordnete Antibiotikagaben (Baytril), erst einmal eine Woche lang, jeden Tag direkt in den Schnabel. Wenn es anschl\u00e4gt, meinte er, dann d\u00fcrfte es dem Vogel in etwa zwei Tagen schon besser gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz ehrlich gesagt habe ich nicht wirklich gewusst, was das Wort &#8220;<a href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/bo\/gesundheit-handicaps\/gesundheit\/infektionskrankheiten\/gehirnentzuendung\/\">Enzephalitis<\/a>&#8221; bedeutet, ich dachte, ich habe es schon einmal geh\u00f6rt. (Die \u00c4rzte gehen da so gerne von sich selber aus und denken alle haben das Wissen. ;o) Und ich war zu nerv\u00f6s um nachzufragen.) Ich wollte sp\u00e4ter nachschlagen. Aber an jenem Abend hatte ich andere Sorgen: Jetzt kamen n\u00e4mlich die Symptome erst richtig durch. Wahrscheinlich trug auch der Stress dazu bei, den der Tierarztbesuch ausmachte. Aber vor allem war es wohl die Tatsache, dass ich keinen Tag zu fr\u00fch hingegangen bin!<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Hause richtete ich also den kleinen Krankenk\u00e4fig her. Als ich den Vogel dann auf die Stange setzte, fing sein ganzer K\u00f6rper an, langsam von einer Seite auf die andere zu schwanken. Dies geschah in solch weitem Radius, dass er fast umgefallen w\u00e4re. Au\u00dferdem hatte das Tier ganz seltsam die Augen zugekniffen, sodass nur noch ein kleiner Abschnitt offen war. So etwas hatte ich noch nie bei einem Wellensittich gesehen. (Aber bei Birds Online ist es gut beschrieben: Der Vogel hatte offensichtlich <a href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/bo\/gesundheit-handicaps\/gesundheit\/allgemein\/kranke-voegel-erkennen\/schmerzen-erkennen\/\">Schmerzen<\/a>. Und am Wahrscheinlichsten sind bei dieser Erkrankung Kopfschmerzen.)<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich konnte das Tier sich nicht mehr auf der Stange halten. Es lag dann auf dem Bauch am Boden. Und da ihm seine Instinkte wohl sagten, dass es sehr gef\u00e4hrlich ist, wenn man auf dem Boden liegen bleibt \u2013 jedenfalls in freier Natur \u2013 wollte es unbedingt nach oben kommen. Da aber nur ein Bein einigerma\u00dfen funktionierte, passierte nicht viel mehr, als dass sich das Tier im Kreis drehte. Hochziehen mit dem Schnabel ging auch nicht, da der Plastikrand des K\u00e4figunterteils bis zum Gitter f\u00fcr das Tier zu hoch war.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen seinen Kletterversuchen blieb mein Vogel v\u00f6llig geschafft liegen und tat gar nichts mehr. Wenn er nicht geatmet h\u00e4tte, h\u00e4tte ich gesagt, dass er tot ist. Ganz ehrlich h\u00e4tte ich auch nicht geglaubt, bei dem was ich sah, dass das Tier auch nur noch den Abend dieses Tages erleben w\u00fcrde. Essen wollte es nichts. Am Morgen hatte es zuletzt etwas gefressen, bevor ich zum Tierarzt gegangen war. Aber nun ging es ihm wohl viel zu schlecht. Ich versuchte wirklich alle Tricks, die mir einfielen. Und zudem war es so, dass ich am n\u00e4chsten Tag wieder arbeiten musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Das machte mir Sorgen. Denn ich wusste ja nicht, ob es am n\u00e4chsten Tag klappen w\u00fcrde mit dem Fressen. Solch kleine V\u00f6gel k\u00f6nnen h\u00f6chstens zw\u00f6lf Stunden hungern, steht in meinem Wellensittichbuch. Der schnelle Stoffwechsel und die kleine K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe sind der Grund. Wenn das Tier weiterhin nichts essen w\u00fcrde, dachte ich, dann kann das Antibiotikum helfen oder nicht, das Tier wird trotzdem sterben.<\/p>\n\n\n\n<p>Also entschloss ich mich dazu, ihm zwangsweise Nahrung zu geben. Ich kenne mich nicht aus mit der <a href=\"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/bo\/gesundheit-handicaps\/gesundheit\/allgemein\/ernaehrung\/zwangsernaehrung\/\">Zwangsern\u00e4hrung<\/a>, hatte sicher auch nicht das richtige Futter im Haus. Und ich traute es mir auch nicht zu und deswegen entschied ich mich dazu, Wasser mit Vitaminen zu versetzen und dann normalen Zucker darin aufzul\u00f6sen. Das ist besser als nichts, dachte ich. Das Ganze zog ich dann in eine Spritze (ohne Nadel bzw. Kan\u00fcle) und gab es dem Vogel in den Schnabel, oder genauer gesagt vorsichtig an den Schnabelrand. Das nahm die kleine Patientin an. Dann stand ich am n\u00e4chsten Tag extra fr\u00fcher auf und gab dem Tier das Antibiotikum sowie nochmals dieselbe Vitamin-Zuckerwasserl\u00f6sung in den Schnabel. Zu der Zeit sah ich noch keine Besserung des Zustandes. Aber als ich am Abend heim kam, sa\u00df der Vogel wieder \u2013 etwas wackelig zwar \u2013 auf der Stange. Vor allem a\u00df er wieder selbst etwas! Das Tier sah zwar nicht wirklich gut aus. Und es hatte sicher noch Kopfschmerzen. Aber gegen den Tag vorher &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Am Tag darauf tat es eigentlich nicht viel mehr als nur dazusitzen und ab und zu ein wenig zu essen, nicht wirklich viel, aber immerhin. (Also denke ich, es hatte immer noch deutlich Schmerzen.) Aber am Abend dieses Tages versuchte es erste Kontakte zu den anderen V\u00f6geln aufzunehmen, indem es leise piepste. Es h\u00f6rte sich eher seltsam an.&nbsp;Jedoch wurde es danach an jedem weiteren Tag etwas besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich das Tier allerdings wegen der Antibiotikabehandlung einfangen musste, merkte ich immer noch, dass Stress die Symptome verst\u00e4rkte. Dadurch wurde das Schwanken wieder auff\u00e4lliger. Nach der einw\u00f6chigen Behandlung ging ich dann wieder mit dem Vogel zum Tierarzt. Er war deutlich zufrieden mit der Besserung. Aber dunkel halten sollte ich den Vogel nach wie vor. Zudem sollte ich weiterhin viele Vitamine geben, damit sich die Nerven regenerieren k\u00f6nnen. Und dann, meinte er, sei insgesamt eine mindestens dreiw\u00f6chige Antibiotikabehandlung n\u00f6tig. Dann m\u00fcsse man weiter sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nase des Tieres war verstopft. Das sprach leider deutlich daf\u00fcr, dass die Infektion, die zu der Entz\u00fcndung des Gehirns gef\u00fchrt hatte, noch nicht vorbei war. Das sah ich bereits vor dem Tierarztbesuch und glaubte schon darum nicht, dass die Behandlung bereits abgeschlossen w\u00e4re. Au\u00dferdem erfuhr ich, dass mein Tierarzt bisher schon mehrere Wellensittiche mit dieser Krankheit behandelt hatte und zumindest bisher noch nie erlebt h\u00e4tte, dass einer der Wellensittiche, die mit dieser Art von Erkrankung zu ihm gebracht wurden, nicht auf Antibiotika angesprochen h\u00e4tte. Es sieht also scheinbar so aus, als w\u00e4re bei Wellensittichen die bakteriell verursachte Form der Enzephalitis h\u00e4ufiger anzutreffen als die viral verursachte Form \u2013 also genau andersherum als bei Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte inzwischen nachgeschlagen und gelesen, dass wenn Menschen daran erkranken, im Prinzip jede nur erdenkliche Art von Krankheitserreger als Verursacher f\u00fcr diese Krankheit infrage kommen k\u00f6nnte, die bei Menschen vorkommen kann. Dabei sind manche Arten wohl wahrscheinlicher als Ursache als andere. F\u00fcr Menschen sind dabei vor allem Viren gef\u00e4hrlich, Herpes zum Beispiel steht hoch im Kurs. Dann der AIDS-Erreger, der die Entz\u00fcndung sogar selber verursachen kann, nicht unbedingt einer der Nebeninfekte. Ferner kommen verschiedene Kinderkrankheiten in Betracht und die Tollwut, die aber, wenn sie jemand \u00fcberlebt, meistens schwerste Gehirnsch\u00e4den hinterl\u00e4sst. Das ist bei den Arten von Enzephalitis, die durch Viren verursacht werden, eher selten der Fall. Dabei bleibt selten \u00fcberhaupt eine Sch\u00e4digung zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist das Thema, zu dem ich hierbei kommen m\u00f6chte, ist: Eine bakteriell bedingte Enzephalitis hinterl\u00e4sst immer irgendwie Sch\u00e4digungen am Gehirn, sagt man. Beim Abheilen kommt es zu Narbenbildungen am Gehirngewebe, zu Strukturver\u00e4nderungen. Das kann dazu f\u00fchren, dass schlimmstenfalls Behinderungen zur\u00fcckbleiben oder dass vielleicht sogar in Zukunft eine Epilepsie verursacht werden kann. Aber typisch sind eher Sprach-, Seh-, H\u00f6r-, Bewegungsst\u00f6rungen und dergleichen. Was bedeutet, dass ein Mensch nach solch einer Erkrankung eventuell eine Rehabilitationsbehandlung braucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem scheint die Sterberate, laut <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Enzephalitis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>, bei Menschen bei einer bakteriell bedingten Enzephalitis bei bis zu 50 Prozent zu liegen. Man muss dazu aber auch sagen, dass sie dort als m\u00f6gliche Erreger daf\u00fcr Listeriose, Typhus, Syphilis oder Borreliose angeben&#8230; Ganz so schlimme Erreger sind das hoffentlich bei Wellensittichen nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf jeden Fall lasse ich nun vorsichtshalber bei allen meinen Tieren einen Psittakose-Test machen. Dieser Erreger kommt als Ursache prinzipiell genauso wie jeder andere infrage. Ein Test k\u00f6nnte aber kl\u00e4ren, warum nur eines der Tiere davon betroffen ist und keines der anderen sich damit angesteckt zu haben scheint. Das k\u00f6nnte zu dieser Krankheit passen. Au\u00dferdem ist vor circa f\u00fcnf Monaten pl\u00f6tzlich und ohne Vorwarnung das M\u00e4nnchen meines jetzt kranken Vogels gestorben. Es kann nat\u00fcrlich viele Gr\u00fcnde f\u00fcr dessen Tod geben, aber Vorsicht halte ich f\u00fcr angebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschluss kann man zum jetzigen Zeitpunkt \u2013 circa 1,5 Wochen nach dem ersten Behandlungstag \u2013 sagen, dass es dem Vogel wieder so gut geht, dass man ihm die Erkrankung nicht mehr sofort ansieht. Man muss schon genau hinsehen. Das Tier ist putzmunter und spinnt total in seinem Krankenk\u00e4fig herum, weil es zu den anderen V\u00f6geln will. Allerdings hat es erst vor circa drei Tagen damit begonnen, so massiv zu spinnen. Vorher war es etwas verhaltener damit gewesen. Es wird immer schwerer, den Vogel f\u00fcr seine Behandlung einzufangen. Er benutzt alle erdenklichen Tricks, um mir auszuweichen. Ich gehe nicht davon aus, dass sein Geh\u00f6r, seine Sehkraft und seine Intelligenz etwas zur\u00fcckbehalten werden. Das Schwanken in seinen Bewegungen ist kaum mehr da. H\u00f6chstens wenn das Tier durch das Einfangen in Stress ger\u00e4t, merkt man, dass irgendwas nicht so richtig stimmt. Seine Lautgebung war vor allem am Anfang, kurz nach den schwersten Krankheitssymptomen, etwas gest\u00f6rt. Da h\u00f6rten sich seine \u00c4u\u00dferungen eher wie ein Kr\u00e4chzen an. So langsam wird dies aber wieder besser, wenn auch noch nicht perfekt. Ich denke aber, dass man davon ausgehen darf, dass nach einiger Zeit wahrscheinlich alles wieder normal sein d\u00fcrfte. Da hatte ich mehr Gl\u00fcck als Verstand!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fazit daraus ist: Diese Symptome sind am Anfang sicher zumindest mit Vitaminmangel zu verwechseln. Und es gibt bestimmt auch einige andere m\u00f6gliche Ursachen, an die man dabei denken k\u00f6nnte. Aber sp\u00e4testens sobald diese schwankenden Bewegungsabl\u00e4ufe auftauchen sollten, ist gar nicht lange dar\u00fcber nachzudenken, welcher Ausl\u00f6ser daf\u00fcr infrage kommen k\u00f6nnte. Man sollte sich sofort das Tier schnappen und wenn m\u00f6glich noch am selben Tag zum Tierarzt gehen. Sollte es so sein wie bei mir, dass man nicht w\u00e4hrend der regul\u00e4ren Sprechzeiten zum Tierarzt gehen kann, dann ist das ein Fall f\u00fcr den Notdienst oder eine Terminabsprache. Die Erkrankung sieht vielleicht auf den ersten Blick nicht so aus, aber auch wenn ein Mensch solche Symptome zeigen sollte, so wird dazu geraten, dass man so handelt. Eine schnelle Behandlung ist unbedingt n\u00f6tig!<\/p>\n\n\n\n<p>In der menschlichen Medizin geht man hierbei so weit, dass man gar nicht erst abwartet, bis man durch Untersuchungen herausfinden kann, ob der Erreger ein Virus ist oder ob es Bakterien sind. Man behandelt zuerst einmal einfach auf Verdacht hin gegen beides. Und erst dann untersucht man, was genau der Verursacher ist. Das macht man sicher nicht ohne Grund. Geschwindigkeit ist wichtig!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Antibiotikum zeigte zwar bei dem Vogel zum Gl\u00fcck sehr schnelle Wirkung. Aber dann gerade deswegen: Wie viel Pein h\u00e4tte dem kleinen Vogel erspart werden k\u00f6nnen, wenn ich die Behandlung nur ein paar Tage fr\u00fcher begonnen h\u00e4tte? Die schlimmen Symptome w\u00e4ren wohl v\u00f6llig vermieden worden! Und wahrscheinlich muss der Tierarzt, zu dem man beim Notdienst geht, noch nicht einmal unbedingt vogelkundig sein. Denn ich vermute sehr stark, dass jeder Tierarzt die Symptome einer Entz\u00fcndung des Gehirns kennen m\u00fcsste. Nicht wegen der kleinen Wellensittiche, sondern wegen der Hunde und Katzen und anderer Tiere, die anf\u00e4llig sind f\u00fcr Tollwut, die nun einmal \u00e4hnliche Symptome verursacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Was tun, wenn die Ursache dann doch viral bedingt ist: Mein Tierarzt sagte mir ja, dass man dann nicht helfen kann, wenn ein Virus bei einem Wellensittich eine Enzephalitis verursacht. Bei Menschen werden solche Verursacher mit antiviralen Mitteln bek\u00e4mpft. Nun gibt es nat\u00fcrlich Unterschiede zwischen der Medizin an Menschen und an Tieren. Ich will aber nicht, dass jemand, der dieses hier liest, die Hoffnung verliert, wenn die Krankheit bei seinem eigenen Tier eventuell doch durch Viren verursacht wird. Ich kann keineswegs sagen, ob es nicht doch auch solche Behandlungsmethoden irgendwo f\u00fcr Wellensittiche gibt, nur weil ich nichts dar\u00fcber in Erfahrung bringen konnte. Vielleicht gibt es ja Tierkliniken, die sich darin versuchen&#8230; Keine Ahnung. Ich will nicht, dass man nur wegen meiner Erfahrungswerte die Hoffnung aufgibt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"su-box su-box-style-soft\" id=\"\" style=\"border-color:#c7a85f;border-radius:3px;max-width:none\"><div class=\"su-box-title\" style=\"background-color:#fadb92;color:#ff0000;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px\">Achtung<\/div><div class=\"su-box-content su-u-clearfix su-u-trim\" style=\"border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px\">Die in diesem Bericht wiedergegebenen allgemeinen Beschreibungen der Enzephalitis beziehen sich auf die Symptome beim Menschen.<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfahrungsbericht \u00fcber einen Wellensittich mit bakterieller Entz\u00fcndung des Gehirns<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4431,"parent":1544,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1548","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1548"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1548\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1544"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4431"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.birds-online.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}