Durch falsche oder ungeschützte Lagerung können sich Vorratsschädlinge in Vogelfutter und Getreide einnisten, die je nach Art für die Vögel mehr oder minder gefährlich sind. Meist erreichen die Schädlinge - dies sind meist Insekten - das Futter, bevor man dieses im Geschäft oder beim Futterhändler einkauft. Manche Schädlinge gelangen in Form von Eiern oder Larven zunächst unbemerkt in den Vogelhalter-Haushalt und breiten sich dort im schlechtesten Fall unkontrolliert aus und befallen alles, was auch nur annähernd mit Körnern zu tun hat oder viel Stärke enthält. So mancher Futterschädling fühlt sich nicht nur im Vogelfutter wohl, sondern ernährt sich auch mit Vorliebe von Haferflocken, Dinkel und andere Vollwertkost in der Vorratskammer - deshalb heißen die kleinen Insekten im Fachjargon der Kammerjäger Vorratsschädlinge. Um eine solche Infektion mit Futterschädlingen im gesamten Vogelfutter sowie in sämtlichen persönlichen Vorräten zu vermeiden, sollte man Körner und Saaten stets so lagern, dass es zu keiner epidemieartigen Ausbreitung der Insekten kommen kann. Woran erkennt man einen Schädlingsbefall? Je nach Art der Schädlinge kann man den Befall bereits mit dem bloßen Auge erkennen. In der Abbildung rechts ist das Vogelfutter mit feinen Seidenfäden der Raupen von Getreidemotten (siehe unten) durchsetzt, was dazu führt, dass die Körnchen aneinanderkleben. Sie sehen aus, als hätte sie jemand auf eine Perlenschnur gereiht. Bei anderen Schädlingen im Futter verändert dieses seinen Geruch. Wieder andere Schädlinge fallen allein schon durch ihre Größe auf, wie es etwa bei Käfern der Fall ist. Was tun bei Schädlingsbefall? Am besten ist es, mit Schädlingen befallenes Futter umgehend wegzuwerfen, da einige Arten bei den Vögeln zu gesundheitlichen Problemen führen können. Andere sind zwar harmlos für Ihre gefiederten Hausgenossen, können sich jedoch in Ihren eigenen Vorräten ausbreiten, wo sie nur schwer wieder hinaus zu bekommen sind. Letzteres gilt vor allem für flugfähige Schädlingsarten. In den folgenden Abschnitten finden Sie einige Anmerkungen zu den gängigsten Vorratsschädlinge, die häufig Vogelfutter befallen. Käfer In vielen Getreidesorten oder Vogelsaaten fühlen sich unterschiedliche Arten von Getreidekäfern wohl. Da diese Schädlinge fliegen können, breiten sie sich nahezu ungehindert in Vorratsräumen aus, sofern das von ihnen befallene Futter nicht in luftdichten Behältern verpackt ist. Die Abbildung rechts zeigt einen noch jungen Getreidekäfer (Oryzaephilus surinamensis) im direkten Größenvergleich mit einem 1-Eurocent-Stück. Futtermilben Diese Schädlinge sind sehr klein, man kann sie daher mit dem bloßen Auge nicht erkennen. Mit Futtermilben befallene Saaten riechen muffig und alt. Um sicher festzustellen, ob Ihr Vogelfutter mit Futtermilben befallen ist, können Sie einen Test durchführen. Füllen Sie dazu etwas Futter in einen Napf, wobei Sie darauf achten müssen, dass sich ein deutlicher Futterberg bildet. Stellen Sie diesen Napf über Nacht auf eine erschütterungsfreie Unterlage. Sollte am nächsten Morgen ein Teil des Futters auf der Unterlage liegen und der im Napf verbleibende Rest wie glatt gestrichen aussehen, können Sie davon ausgehen, dass die Saaten mit Futtermilben befallen sind. Derlei Futter sollte man auf keinen Fall an seine Vögel verfüttern, da die Ausscheidungen der Milben bei Vögeln zu schweren Verdauungsstörungen sowie zu allergischen Reaktionen mit Todesfolge führen können. Getreidemotte Sollte aus Ihrer Futterdose eine Motte flattern, handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um die Getreidemotte (Sitotroga cerealella). Dieser Vorratsschädling wird etwas mehr als einen Zentimeter lang, hat bräunliche Flügel und eine Spannweite von etwa zwei Zentimetern. Eine Ähnlichkeit mit Kleidermotten ist nicht von der Hand zu weisen. Getreidemotten, die in der Abbildung oben rechts innerhalb der roten Kreise zu sehen sind, legen ihre Eier ins Futter. Aus diesen Eiern schlüpfen Larven. Später ist das Futter mit Raupen durchsetzt, siehe Foto rechts. Diese Raupen sind beige gefärbt und haben einen rotbraunen Kopf. Sie erreichen eine Körperlänge von etwa einem Zentimeter. Ihre Seidenfäden verkleben das Futter, bevor sich die Raupen im Futterbehälter verpuppen, um zum Falter heranzureifen. Theoretisch ist das mit Getreidemotten befallene Futter für Vögel noch genießbar, wenn man es direkt nach dem Entdecken der Getreidemotten beziehungsweise deren Raupen für etwa zwei Tage in den Tiefkühlschrank stellt. Dies tötet die Vorratsschädlinge ab, deren sterbliche Überreste von den Vögeln später eventuell sogar gefressen werden. Besonders hygienisch ist es jedoch nicht, Futter mit toten Schädlingen zu lagern, weshalb ich jedem dazu rate, die schädlingsverseuchten Körner wegzuwerfen. Dieses Kapitel auf Türkisch bei muhabbetkusu.org
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