Sittichhausen, 12. August 2005
Es ist wieder einmal so weit: Die aktuelle Legislaturperiode des
Sittichkanzlers neigt sich ihrem Ende entgegen und die Wahlen stehen
kurz bevor. Am 6. August fand die Auftaktveranstaltung des
diesjährigen Wahlkampfes in der Hansi-Bubi-Arena statt.
Zahlreiche Wellensittiche kamen, um den Worten der Spitzenpolitiker zu
lauschen, als diese ihre diesjährigen Wahlprogramme
präsentierten.
Als erstes trat der amtierende Sittichkanzler Charly, siehe Foto
rechts, ans Rednerpult. Seine Beliebtheit bei den Bürgern
hatte in den vergangenen Monaten ein wenig unter seinen vielen
amourösen Abenteuern und Affären gelitten. Der ebenso
routinierte wie selbstbewusste Medienprofi umriss das Programm seiner
Partei (die Grünis) mit den Worten: "Ich verspreche
Ihnen: Die Hirsesteuern werden gesenkt, damit die Weibchen endlich ihr
Futterbettel-Sozialprodukt erhöhen können. Wir
brauchen mehr Nachwuchs, meine Damen und Herren, um das Land nach vorn
zu bringen!"
In gewohnt korrekter und gewählter Ausdrucksweise legte die
Kanzlerkandidatin Suerte (die Blauen), siehe Foto rechts, ihre
Wahlversprechungen dar: "Wir müssen mehr
Beschäftigung für alle von den Federlosen fordern,
schließlich hat jeder von uns einen kräftigen
Schnabel, mit dem wir gern Dinge zernagen. Dafür stehe ich in
meinem Wahlkampf ein. Außerdem werde ich mich mit aller mir
zur Verfügung stehenden Kraft gegen die Einzelhaltung von
Wellensittichen engagieren!" Insbesondere für das
zuletzt genannte Versprechen erntete die hochintelligente
Blauen-Politikerin vom Publikum tosenden Applaus.
Eher
konfus war der Auftritt der extrem unkonventionellen Partei "die
Bunten". Diese politische Interessengemeinschaft hat sich auf die
Fahnen geschrieben, besonders demokratisch zu sein - so demokratisch,
dass sich die Partei nicht auf einen einzelnen Spitzenkandidaten
für die Kanzlerkandidatur einigen konnte. Deshalb traten die
beiden Kanzlerkandidaten Pollux, linkes Foto, und Rana, Foto rechts,
gemeinsam vor das Auditorium. Ob die Aufstellung zweier Kandidaten zur
Wahl überhaupt rechtens ist, muss allerdings noch vom
Sittichverfassungsgericht geprüft werden. Ähnlich
durcheinander wie das Auftreten der beiden zugegebenermaßen
sehr sympathischen Kandidaten war auch das von ihnen
präsentierte Parteiprogramm. Sittichkanzler Charly
kommentierte die hochtrabenden Ziele der Bunten mit dem vernichtenden
Kommentar: "Alles leeres Gezwitscher."
Ein echtes Highlight der Veranstaltung war die emotionsgeladene Rede
der zierlichen Kanzlerkandidatin Medea von der PFW, der Partei
Federloser Wellis. In der für sie charakteristischen,
packenden Weise trug die langjährige Parteivorsitzende das
aktuelle Wahlprogramm vor. Nach ihrer Rede, in der sie unter anderem
ihren Kampf für Gleichberechtigung vorstellte und gegen die
Diskriminierung nackter Wellensittiche warb, erhielt sie von einigen
anwesenden gehandicapten Wellensittichen minutenlang stehende
Ovationen. Begleitet wurde die beliebte Politikerin zu der
diesjährigen Wahlkampfveranstaltung von dem jungen
Parteineuling Tara, im Foto rechts zu sehen. Der besonnenen, erst drei
Monate alten Henne wird von Polit-Experten bereits jetzt eine steile
Parteikarriere vorausgesagt.
In einigen Wochen wird sich zeigen, wer der neue
Sittichkanzler - oder die neue Kanzlerin - wird. Die Wellensittiche
werden wählen, und die meisten haben bereits eine klare
Vorstellung davon, welcher Partei sie ihr Kreuzchen auf dem Wahlzettel
geben werden. Dies ergab eine Befragung einiger Besucher der
Wahlkampf-Auftaktveranstaltung. Es sei an dieser Stelle jedoch bemerkt,
dass es auch politisch sehr wenig informierte Zeitgenossen unter den
Wellensittichen gibt. Auf die Frage, ob er schon wisse, was er
wählen wird, antwortete ein betagterer Wellensittichhahn: "Ich
nehme das Tagesmenü: die Karottenschiffchen an
Basilikumstängeln mit Wellensittichkeks-Beilage. Äh,
könnte ich dazu wohl ein Gläschen Ananassaft haben?"
Nun ja, es kann schließlich nicht jeder so schlau sein wie
Kanzlerkandidatin Suerte.
Galerie der Wahlplakate
Durch Anklicken lassen sich die Plakate vergrößern.
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