![]() |
|||
| Home > Artgerechte Ernährung > Allgemeine Themen > Gewöhnung an neues Futter | |||
Was aber kann man als Vogelhalter unternehmen, um die Vögel quasi zu ihrem Glück zu zwingen und sie dazu zu bringen, die für sie äußerst gesunde Kost nicht weiter zu verschmähen? Das Patentrezept existiert zweifelsohne nicht, aber ich möchte Ihnen einige Tipps geben, mit deren Hilfe Sie Ihren gefiederten Frischkostverweigerer hoffentlich rasch einen begeisterten "Grünschnabel" verwandeln.
Den Spieltrieb wecken
Haben Sie Ihrem Vogel bislang Blattgemüse und Salat nur trocken und in kleinen Stücken angeboten, so sollten Sie Ihre Strategie grundlegend ändern. Ein ganzes Salatblatt, das beispielsweise oben auf dem Käfig befestigt ist und zudem von Ihnen kräftig angefeuchtet wurde, lädt fast jeden Sittich zu einem ungestümen Bad ein, bei dem die grüne "Badewanne" garantiert irgendwann angeknabbert wird. Karotten und anderes Gemüse oder Obst eignen sich hervorragend dafür, frei schwingend befestigt zu werden. Umwickeln Sie eine Möhre oder andere Frischkost mit einem Stück Jutegarn (ist im Bastelladen erhältlich) und befestigen Sie das lose Ende des Bandes so, dass das Futter in Schnabelreichweite Ihrer Vögel baumelt. Die neugierigen Tiere werden rasch damit beginnen, mit Ihrem Futter zu spielen und dabei mit großer Wahrscheinlichkeit hinein beißen, um es festzuhalten. Dabei kommen sie sicher irgendwann auf den Geschmack.
Futterneid ausnutzen
Sollte keiner Ihrer Vögel als ein solcher Vorkoster dienen können, weil sie allesamt Kostverächter sind, könnte eventuell ein Artgenosse für Abhilfe sorgen, den Sie während des Urlaubs seines Halters bei sich aufnehmen.
Geduld ist besonders wichtig
Tipp von Andrea Traxler Das Ergebnis war, dass einige aus unserem Schwarm zu Übergewicht neigten. Auch die normalgewichtigen Vögel waren nicht sonderlich lebhaft. Außerdem hatten alle, wie ich heute sagen würde, relativ häufig mit Infektionen zu kämpfen. Schritt 1: Ich füllte geriffeltes Gemüse und geschnittene Kräuter in die Futternäpfe. (Obst gibt es bei uns vorsichtshalber nicht, da zwei Vögel schon Probleme mit Megabakterien hatten). Die gewohnte Körnermischung streute ich obendrauf. Obwohl die Vögel nur die Körner abfraßen, lernten sie doch den Geschmack des Frischfutters kennen. Schritt 2: Als die gefiederten Feinschmecker die Scheu vor dem frischen (und manchmal feuchten) Futter verloren hatten, ging ich dazu über, die Körner mit dem Frischfutter zu vermischen. So mussten sie wohl oder übel mit dem Schnabel darin suchen und fraßen automatisch das eine oder andere mit. Schritt 3: Inzwischen füttere ich das (rationierte) Körnerfutter in der Regel wieder separat, morgens und abends je eine kleine Portion. Die Frischkost wird auf die Lieblingsplätze verteilt, an denen die Wellis sich auch sonst gerne aufhalten. Ein Nachteil der "Müslimethode" besteht darin, dass die kleingeschnittene Frischkost vor allem im Sommer relativ schnell verdirbt. Nach einigen Stunden muss sie ausgetauscht werden. Wenn die Körner schon herausgepickt sind, gibt es bei uns den "Nachschlag" dann ohne Körner. Fazit: In meinen Augen hat sich die Aktion gelohnt. Insgesamt ist unsere Truppe lebhafter geworden. Die Übergewichtigen haben moderat abgenommen, aber vor allem sind auch sie nicht mehr so träge. Die eher schlanken Vögel haben wider meine Befürchtungen nicht weiter abgenommen. Anscheinend hatten diese sich schon vorher nur das genommen, was sie auch brauchten. Insgesamt sind alle widerstandfähiger gegen Krankheiten als früher. Wie jede Umstellung braucht auch diese Art der Fütterung ein gewisses Durchhaltevermögen. Mein Tipp: Lieber nur zwei oder drei verschiedene Frischkostanteile, die abgewechselt werden, regelmäßig anbieten. Viel Auswahl ist sicher noch schöner, aber ich gebe zu, dass ich damit an manchen Tagen überfordert wäre.
Andrea Traxler, Juli 2009 |
|||
|
Sämtliche Inhalte und Abbildungen auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Bilder-, Video-, Tondatei- und Textdiebstahl werden rechtlich verfolgt. |
|||