1. >>
  2. Birds Online
  3. >>
  4. Ernährung
  5. >>
  6. Allgemeine Ernährungsthemen
  7. >>
  8. Frischkost – so serviert...

 

Frischkost – so serviert man sie

Die Karotte ist in dem Hirseclip so sicher befestigt, dass sogar zupfende Wellensittichschnäbel sie nicht losreißen können.
Die Karotte ist in dem Hirseclip so sicher befestigt, dass sogar zupfende Wellensittichschnäbel sie nicht losreißen können.

Wer seinen Vögeln Frischkost servieren möchte, dem stellt sich vermutlich irgendwann die Frage, wie er sie am besten darreichen soll: klein geschnitten oder gehackt auf einem Teller, in einem Napf oder in größere Stücke geschnitten und dann irgendwie am Käfig befestigt? Oder vielleicht doch als Ganzes? Eine einzig wahre und ideale Vorgehensweise, die in jedem Fall die Richtige ist, gibt es in diesem Zusammenhang nicht. Es kommt einerseits auf die Vorlieben der Vögel als auch auf die Geschicklichkeit und Größe der Tiere an. Wichtig ist, dass die Art und Weise, wie man das Futter reicht, zu den Tieren passt, denn anderenfalls werden sie das gesunde frische Futter vielleicht nicht annehmen. Gegebenenfalls sollten Sie ein wenig experimentieren, bis Sie die passende Darreichungs-Methode für Ihre Tiere gefunden haben. Im Folgenden erfahren Sie mehr über einige grundsätzliche Möglichkeiten und erhalten Informationen über praktisches und weniger hilfreiches Fütterungs-Zubehör.

Hygiene beachten

Bei der Fütterung ist Hygiene grundsätzlich sehr wichtig; heruntergefallenes und mit Sand bedecktes Gemüse sollte beispielsweise nicht mehr verfüttert werden.
Bei der Fütterung ist Hygiene grundsätzlich sehr wichtig; heruntergefallenes und mit Sand bedecktes Gemüse sollte beispielsweise nicht mehr verfüttert werden.

Sehr wichtig ist jedoch grundsätzlich, dass die nötige Hygiene eingehalten wird. Frischkost kann vor allem im Sommer vergleichsweise schnell schimmeln oder gären. Dies gilt insbesondere für klein geschnittene Stücke. Sie haben eine recht große Oberfläche und bieten dem allgegenwärtigen Schimmel dadurch eine entsprechend weiträumige Angriffsfläche. Nach spätestens zwei Stunden sollte man im Sommer zuckerhaltige Frischkost wie Obst aus der Reichweite der Vögel entfernen, weil sie dann bereits von Schimmelpilzen besiedelt ist! Doch nicht nur die am Stück oder klein geschnitten gereichte Frischkost kann verderben. Mitunter kleben Futterreste an dem Gegenstand, mit dessen Hilfe die Nahrung serviert wird. Deshalb muss alles, das mit der Frischkost beim Servieren in Berührung gekommen ist, nach der Nutzung stets gründlich gereinigt werden. Hierzu und natürlich darüber, wie man Vögeln frisches Futter servieren kann, finden Sie in diesem Kapitel Tipps und Anregungen.

Schälen – ja oder nein?

Stangensellerie kann Wellensittichen und anderen Vögeln am Stück angeboten werden, sie knabbern meist gern daran.
Stangensellerie kann Wellensittichen und anderen Vögeln am Stück angeboten werden, sie knabbern meist gern daran.

Dass sämtliche Frischkost vor dem Verfüttern gründlich gewaschen werden sollte, wird wohl kaum jemand infrage stellen. Doch wie sieht es mit dem Schälen aus? Sollte zum Beispiel die Schale von Gurken oder Äpfeln entfernt werden, bevor man diese Frischkost an die Vögel verfüttert? Und muss man sich die Mühe machen, die feinen Häutchen von Weintrauben oder Tomaten zu lösen? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. All jene Frischkost, die zuvor möglicherweise mit Spritzmitteln oder Ähnlichem behandelt worden ist, sollte sicherheitshalber geschält werden. Dasselbe gilt für Obst mit gewachster Schale. Produkte aus biologischem Anbau können oftmals mit Schale gereicht werden.

Etliche Vögel mögen die Häutchen von Weintrauben oder Tomaten nicht, sie fressen sie einfach nicht mit. Es besteht also keine Notwendigkeit, sich viel Arbeit damit zu machen, sie mühsam abzuziehen. Anders sieht es in Bezug auf die Haut von Pfirsichen aus. Sie ist mit einem sehr feinen Flaum bedeckt, den manche Vögel geradezu widerlich zu finden scheinen. Einmal in den Schnabel genommen, löst das pelzige Gefühl auf der Zunge offenbar großes Unbehagen aus und Pfirsiche werden danach gemieden. Deshalb kann es ratsam sein, dieses Obst von seiner dünnen Haut zu befreien, bevor man es den Vögeln anbietet.

Näpfe und Teller

Dieser Katharinasittich lässt sich Weintraubenstücke aus einem Keramiknapf schmecken.
Dieser Katharinasittich lässt sich Weintraubenstücke aus einem Keramiknapf schmecken.

Die meisten größeren Papageienarten und viele kleine Finkenvögel mögen es, wenn ihre Frischkost in mehr oder minder kleine Stücke zerteilt angeboten wird. Man kann die zerteilte Frischkost entweder in einem Napf oder auf einem Teller servieren.

Da beispielsweise frisches Obst viel Zucker enthält und oft recht saftig ist, bildet sich auf dem Boden des Napfes oder auf der Oberfläche des Tellers oft schnell eine klebrige Schicht. Diese muss unbedingt bei der täglichen Reinigung gänzlich entfernt werden. Die in der Frischkost enthaltene natürliche Säure kann empfindliche Oberflächen außerdem verätzen. Aus diesem Grunde sind für das Servieren von Frischkost vor allem rostfreie Edelstahlnäpfe besonders gut geeignet, weil man sie leicht reinigen kann und sich der Saft nicht in feine Risse in der Oberfläche setzen kann, wie es bei Kunststoffnäpfen häufig der Fall ist. Außerdem kann die natürliche Säure aus Früchten und Gemüse dem Edelstahl nichts anhaben. Der ideale Frischkostnapf ist rund, denn in Ecken und Kanten setzen sich oft Saft- und Fruchtfleischreste ab, die man nur schwer entfernen kann, wenn sie einmal getrocknet sind.

Auch glasierte Keramikteller oder Tonuntersetzer, wie man sie als Zubehör für Zimmerpflanzen in Baumärkten und im Gartencenter finden kann, eigenen sich bestens für das Servieren klein geschnittener Frischkost. Solange die glasierte Oberfläche intakt ist, lässt sie sich ähnlich leicht reinigen wie Edelstahl. Keramikgegenstände, die Risse und Sprünge aufweisen, sollten nicht mehr verwendet werden, weil sich in diesen feinen Spalten Frischkostreste festsetzen kann, auf denen sich leicht Schimmel bildet.

Um Teller oder Näpfe gründlich zu reinigen sowie auf ungiftige Weise zu desinfizieren, kann man sie über Nacht in Essigwasser legen und am nächsten Morgen mit kochendem Wasser übergießen. Oder man gibt sie in die Geschirrspülmaschine, sofern es sich um spülmaschinenfeste Teller oder Näpfe handelt. Wichtig ist auf alle Fälle, dass Näpfe und Teller nach dem Reinigen gründlich durchtrocknen. Das bedeutet, sie sollten mindestens 24, besser 48 Stunden lang trocknen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass Krankheitserreger wie Trichomonaden, die nur in Wasser und Flüssigkeitsfilmen auf den Oberflächen dieser Fütterungsgegenstände überleben können, durch das Trocknen tatsächlich absterben.

Bezugsquellen für Edelstahlnäpfe sind zum Beispiel Papageienland-ShopFutter-Spatz, FutterKonzept und Bird-Box.

Fruchtspieße aus Edelstahl

Obst wie dieses Apfelstück lassen sich mit Edelstahl-Fruchtspießen hygienisch und sicher befestigt anbieten.
Obst wie dieses Apfelstück lassen sich mit Edelstahl-Fruchtspießen hygienisch und sicher befestigt anbieten.

Ein ebenso einfaches wie hygienisches Mittel zum Servieren von Frischkost sind rostfreie Edelstahl-Fruchtspieße, die auch Fruchthalter genannt werden. Diese im gut sortierten Fachhandel erhältlichen Spieße weisen am einen Ende einen abgerundeten Haken auf, an dem sich Vögel nicht verletzen können und mit dessen Schnappmechanismus man den Spieß leicht am Volieren- oder Käfiggitter befestigen und auch wieder lösen kann. Am unteren Ende sind die Fruchtspieße mit einer Schraube verschließbar, sodass das aufgespießte Obst und Gemüse nicht abrutschen kann. Die Spieße lassen sich sowohl hängend am Gitter sowie liegend auf einem Käfig- oder Volierendach montieren. Zum hygienischen Reinigen kann man Fruchtspieße entweder in die Geschirrspülmaschine geben oder heiß abwaschen und über Nacht in Essigwasser legen.

Fruchtspieße haben den Vorteil, dass man damit verschiedene Obst- und Gemüsesorten gleichzeitig anbieten kann.
Fruchtspieße haben den Vorteil, dass man damit verschiedene Obst- und Gemüsesorten gleichzeitig anbieten kann.

Leider sind die Edelstahl-Fruchtspieße mitunter schwierig zu beschaffen, außerdem sind je nach Anbieter recht teuer. Doch die Investition lohnt sich, sofern man die richtigen Spieße kauft. Wichtig ist es, dass beim Kauf darauf geachtet wird, unbedingt einen rostfreien Edelstahlspieß zu erwerben. Es gibt im Handel verchromte Spieße, die aber mit der Fruchtsäure reagieren. Dadurch können sich die Früchte verfärben. Aus Sicherheitsgründen sollten Vögel diese verfärbten Bereiche lieber nicht fressen. Um diesem Problem vorzubeugen, sollten keine verchromten Fruchtspieße benutzt werden. Bei Edelstahlspießen tritt dieses Problem normalerweise nicht auf. Eine weitere gute Alternative sind Acrylspieße, die jedoch ebenfalls nicht ganz billig sind. Ich empfehle, mit einer Suchmaschine zum Beispiel nach „Edelstahl Fruchtspieß“ oder „Acryl Fruchtspieß“ zu suchen, dann finden sich einige Treffer. Achtung, bei manchen Händlern sind die Spieße nicht immer sofort lieferbar. Glück hat man meist bei Nicole Blüm, die sich auf Edelstahl-Zubehör für die Tierhaltung spezialisiert hat.

Klemmen und Clips

Hirseclip mit darin befestigtem Stück einer Salatgurke.
Hirseclip mit darin befestigtem Stück einer Salatgurke.

Große Salatblätter lassen sich beispielsweise mit Hirseclips recht gut am Käfig befestigen. Auch andere Frischkost lässt sich damit spielend leicht befestigen. Erhältlich sind diese Clip-Hirsehalter aus Kunststoff oder Edelstahl. Letztere sind hinsichtlich der Hygiene besser geeignet und langlebiger, die Kunststoff-Clips leiern relativ schnell aus und bekommen rasch Mikrorisse, in denen sich Nahrungsreste befinden können, die einen Schimmelbefall der Frischkost begünstigen können. Vor allem im Sommer sollte man die Kunststoff-Clips bei täglicher Nutzung spätestens nach zwei bis drei Wochen gegen neue austauschen.

Reinigen lassen sich die Kunststoff-Clips, indem man sie über Nacht in Essigwasser einlegt. Am nächsten Morgen kann man sie mit heißem, nicht kochenden Wasser abwaschen. Kochendes Wasser verträgt der Kunststoff in aller Regel nicht. Manchmal reicht es nicht, sie über Nacht so einzuweichen. Besonders hartnäckige Fruchtreste haften dann noch immer an ihnen. Entweder kann man sie in einem solchen Fall mit einer Zahnbürste scheuern oder man legt sie für einige Stunden in Wasser ein, in das man eine Gebissreiniger-Tablette gibt. Edelstahl-Clips können hingegen problemlos zum Reinigen in die Geschirrspülmaschine gegeben werden.

Unter dem Namen „Universalhalter Metall“ sind Metall-Clips bei verschiedenen Händlern erhältlich, beispielsweise bei Bird-Box und bei Oberzeller Vogelshop. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Clips aus Edelstahl gefertigt sind, weil beschichtete andere Metalle durch die Fruchtsäure und Säure in Gemüse recht schnell anlaufen und die Frischkost verfärben.

Vorsicht, gefährlich!

Salatkugeln wie diese können für kleine Heimvögel zu einer Gefahr werden, wenn die Tiere hineinklettern und darin stecken bleiben.
Salatkugeln wie diese können für kleine Heimvögel zu einer Gefahr werden, wenn die Tiere hineinklettern und darin stecken bleiben.

In einigen Zoofachgeschäften und auch in Online-Shops werden sogenannte Salatkugeln oder Futterbälle angeboten, mit deren Hilfe man Salatblätter und andere Frischkost befestigen und den Vögeln servieren kann. Diese Kugeln bergen jedoch leider ein enormes Gefahrenpotenzial. Wie die Vogelhalterin Elke Roos gegenüber Birds-Online.de berichtete, kann es durch solche Kugeln rasch zu einem tragischen Unfall kommen. Ihr Vogel Jamy hatte Glück im Unglück, weil sie ihn rechtzeitig befreien konnte, bevor er in einer solchen Salatkugel ums Leben kam:

Meine Wellensittiche fanden die Kugel auch sehr interessant. Durch die vergrößerte Öffnung an der oberen Seite (Einfüllöffnung) ist mein Jamy dann allerdings im Inneren der Kugel gelandet und kam alleine nicht mehr raus.

Vor allem im englischsprachigen Raum, aber auch in vielen anderen Ländern werden im Fach- und Online-Handel spiralförmige Futterhalter aus Edelstahl zum Verkauf angeboten. Auch in Deutschland lässt sich dieses Zubehör für Vögel über große Internet-Verkaufsplattformen beziehen. Diese stabilen Spiralen sind dafür gedacht, dass man in ihnen Kolbenhirse, Gemüse und Obst platziert und den Vögeln so serviert. Für neugierige Wellensittiche können derlei Futterhalter jedoch zu einer großen Gefahr werden, wenn die Tiere in die Spirale hinein klettern. Im Folgenden ist ein solcher Fall zu sehen. Der Wellensittich konnte von seinen Haltern zum Glück unverletzt aus dem Spiral-Futterhalter befreit werden, lediglich einige Federn waren abgeknickt. Dem Wellensittich ist nur deshalb nichts Schlimmes zugestoßen, weil seine Halter die gefährliche Notlage gleich erkannt haben und sofort eingeschritten sind. Wäre der Vogel einige Stunden lang unbeaufsichtigt gewesen, hätte er sich bei Befreiungsversuchen Knochen brechen können. Auch ist es denkbar, dass ein in dieser Weise eingeklemmter Vogel Panik bekommt und wegen seiner großen Angst stirbt.

So übel hatte sich der arme Wellensittich in der Futterspirale verkeilt.
So übel hatte sich der arme Wellensittich in der Futterspirale verkeilt.
Glück gehabt! Weil seine Halter ihn schnell genug befreien konnten, hat der junge Wellensittich das gefährliche Abenteuer unverletzt überstanden.
Glück gehabt! Weil seine Halter ihn schnell genug befreien konnten, hat der junge Wellensittich das gefährliche Abenteuer unverletzt überstanden.