Ole, adoptiert am 30. Juli 2016, † 30. Juni 2020

Ole in voller Schönheit.
Ole in voller Schönheit.

Früher hat Ole im Raum Mannheim gelebt, und das unter wenig optimalen Bedingungen. Tierschützer hatten ihn aus seinem einstigen Zuhause befreit und er wurde so bald zu einem Vermittlungsvogel. Wie einige weitere seiner gefiederten Gefährten wartete er auf ein liebevolles neues Zuhause. Meine Freundin Petra nahm ihn und einen weiteren Vogel auf, er zog deshalb im Frühling 2016 ins Ruhrgebiet. Schnell lebte er sich in ihrem Vogelschwarm ein und knüpfte Kontakte. Ein Weibchen warf sich ihm regelrecht an den Hals und wollte ihn für sich gewinnen: die grüne Fini. Schnell wurden die beiden Vögel ein Paar und waren sehr glücklich miteinander. Es gab da nur ein Problem: Fini gehörte nicht meiner Freundin, sondern mir. Sie war lediglich vorübergehend bei meiner Freundin untergebracht, weil ich gerade mitten im Umzugschaos steckte.

Ole beim fröhlichen Singen.
Ole beim fröhlichen Singen.

Während ich mit Kartons ein- und auspacken, Möbel zusammenbauen und Renovieren beschäftigt war, festigte sich die Romanze zwischen den beiden Vögeln mehr und mehr. Eigentlich hatte ich nach meinem Umzug ohnehin für Fini nach einem neuen Partner suchen wollen, denn sie war einige Wochen zuvor zur Witwe geworden. Dann hatte sie die Dinge im Vogelzimmer meiner Freundin aber wohl lieber doch selbst in die Hand genommen und mit Ole alles „klargemacht“. Meine Freundin und ich wollten sich dem selbst erwählten Liebesglück nicht in den Weg stellen. Deshalb entschieden wir, dass Ole fortan gemeinsam mit Fini bei mir leben sollte. Rückblickend betrachtet war das eine sehr gute Entscheidung, denn ich glaube, es hat ihm sehr gut bei mir gefallen.

Ole und seine Partnerin Fini (rechts).
Ole und seine Partnerin Fini (rechts).

Am 30. Juli 2016 bezogen meine Vögel – unter ihnen auch Ole und Fini – das Vogelzimmer in der neuen Wohnung. In diesem neuen Umfeld fühlten sich alle gleich sehr wohl. Glücklicherweise galt das auch für Ole, der in den vergangenen Monaten sehr viel erlebt hatte. Doch diese unsteten Zeiten schienen ihm nicht viel ausgemacht zu haben. Er war fröhlich, sprühte vor Energie und zwitscherte den ganzen Tag. Seine Partnerin Fini verwöhnte er mit viel Futter aus seinem Kropf und häufigem Köpfchenkraulen. Gänzlich treu zu ein, war aber nicht sein Ding. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit flirtete er auch mit anderen Vogeldamen. Zudem freundete er sich schnell mit den Männchen in meinem Vogelschwarm an. Wegen seiner charmanten Art war er bei allen Vögeln ausgesprochen beliebt.

Oles Kropf hing ein wenig zu tief im Körper.
Oles Kropf hing ein wenig zu tief im Körper.

Anders als die meisten meiner Vögel war er nicht körperlich gehandicapt. Ole war ein begnadeter Flieger und er zog vor allem morgens gern laut rufend seine Runden durch die Luft. Ganz ohne gesundheitliche Probleme war allerdings selbst er nicht. Seine Leber war nicht ganz in Ordnung, was wahrscheinlich an Fütterungsfehlern in der Vergangenheit lag. Deshalb musste ich immer darauf achten, Ole fettarm und „leberfreundlich“ zu ernähren, was aber leicht umzusetzen war. Außerdem hatte Ole einen Pendelkropf. Das heißt, sein Kropf war im Körper etwas zu weit nach unten gerutscht. Wirkliche Probleme verursachte dies aber zum Glück nie, es kam zu Oles Lebzeiten nicht zu Verdauungsproblemen oder Erbrechen. Vielleicht lag das auch daran, dass er ständig seine Partnerinnen fütterte und nie lange viel Futter im Kropf hatte.

Else (links) war lange Zeit Oles Partnerin.
Else (links) war lange Zeit Oles Partnerin.

Nachdem Fini im Januar 2017 leider viel zu früh aus dem Leben geschieden war, nahm bald Else ihren Platz als seine feste Partnerin ein. Ihr war er weitestgehend treu, wenngleich er nach wie vor hier und da „fremdflirtete“, zum Beispiel mit Alana. Anders als die sanftmütige Fini ließ Else ihm das jedoch nicht einfach durchgehen. Erwischte sie ihn dabei, setzte es eine Tracht Prügel und er musste sich danach umso mehr anstrengen, um seine verstimmte Partnerin wieder zu besänftigen.

Ende Juni 2020 ging es plötzlich rasend schnell bergab mit Oles Gesundheit. In ihm wuchs in beängstigendem Tempo ein Tumor, der inoperabel war. Zwischen „alles ist gut und Ole ist topfit“ und „Ole hat Schmerzen und kann nicht mehr frei atmen“ lagen nur drei Tage. Als ich die Atembeschwerden und die typischen Anzeichen für Schmerzen bemerkte – Beides war über Nacht aufgetreten -, vereinbarte ich nach dem Aufstehen sofort einen Termin beim Tierarzt, um Ole weiteres Leid zu ersparen. Ihn gehen zu lassen, fiel mir zwar einerseits sehr schwer, weil er so ein wundervoller Vogel war. Aber ich wusste, dass ich ihm dadurch helfe, denn die kommenden wenigen Tage wären für ihn eine furchtbare Quälerei geworden. Ich werde den zauberhaften grünen Wellimann nie vergessen.

Oles Farbschlag nennt sich Opalin hellgrün. Seinen Namen hatte er von meiner Freundin Petra bekommen. Wann Ole zur Welt gekommen ist, habe ich leider nie erfahren. Deshalb weiß ich auch nicht, wie alt er geworden ist.

Mit dem gehandicapten und sehr alten Murphy (rechts) verband Ole eine innige Männerfreundschaft.
Mit dem gehandicapten und sehr alten Murphy (rechts) verband Ole eine innige Männerfreundschaft.
Mit Nathan (links) war Ole eng befreundet.
Mit Nathan (links) war Ole eng befreundet.

Hintergrundbild für Ihr Smartphone

Von Ole gibt es Wallpaper für Ihr Smartphone, siehe Bildersammlung.