Hüftschaden

Die rechte Hüfte dieses erwachsenen Wellensittichs ist ausgekugelt.
Die rechte Hüfte dieses erwachsenen Wellensittichs ist ausgekugelt.

Leidet ein Vogel an einem Hüftschaden, ist er in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Wie stark die Einschränkung ausfällt, hängt von der Schwere der Schädigung des Hüftgelenks ab. In den meisten Fällen ist das Stehen, Gehen und Landen sind für einen betroffenen Vogel schwierig. Praktisch unmöglich ist es für die meisten Vögel mit Hüftschaden, einen Paarungsakt zu vollziehen. Betroffene Männchen können nicht auf der Partnerin stehen, die Weibchen können hingegen ihre Kloake nicht weit genug empor heben, sodass der Partner seine Geschlechtsöffnung nicht dagegen pressen kann.

Hüftschäden gehören demnach zu denjenigen Behinderungen, die besonders starke Einschnitte in den Alltag eines Vogels mit sich bringen und seine Beweglichkeit erheblich einschränken. Je nach Ursache ist ein Hüftschaden permanent schmerzhaft, dies sollte unbedingt mit einem fachkundigen Tierarzt besprochen werden. Nur solchen Vögeln, deren Hüftschaden nicht ein Leben lang unablässig starke Schmerzen verursacht, sollte man ein Dasein mit diesem Handicap zumuten.

Ursachen für Hüftschäden

Das rechte Hüftgelenk dieses Vogels ist ausgekugelt und das Bein zeigt nach oben, weshalb das Tier gern an Halteseilen von Schaukeln Halt sucht.
Das rechte Hüftgelenk dieses Vogels ist ausgekugelt und das Bein zeigt nach oben, weshalb das Tier gern an Halteseilen von Schaukeln Halt sucht.

Eine typische Ursache für schwere Einschränkungen in der Beweglichkeit stellt eine ausgekugelte Hüfte dar; der medizinische Fachbegriff hierfür lautet Luxation. Derlei Auskugelungen können Vögel jeden Alters treffen. Sie zu therapieren, ist in den meisten Fällen kaum möglich. Ist das Gelenk einmal geschädigt, besteht bei ausgewachsenen Tieren in aller Regel keine Möglichkeit, den verrutschten Knochen wieder in seine ursprüngliche Position zu bringen. Lediglich bei Jungtieren, die sich noch im Wachstum befinden, ist eine Behandlung mitunter möglich, allerdings nicht in jedem Fall von dauerhaften Erfolg gekrönt. Das heißt, die Hüfte könnte rasch wieder auskugeln, nachdem die Knochen in die anatomisch korrekte Position gebracht worden sind. Darüber hinaus können verbogene Oberschenkelknochen oder angeborene Hüftfehlstellungen zu schwerwiegenden Haltungsproblemen führen. Die beiden letztgenannten Gesundheitsprobleme treten bei Vögeln jedoch vergleichsweise selten auf. Eine weitere mögliche Form des Hüftschadens geht auf eine Arthrose in diesem Gelenk zurück.

Hüftschäden bei Altvögeln vorbeugen

Durch einen Hüftschaden schief stehendes Bein bei einem Wellensittich.
Durch einen Hüftschaden schief stehendes Bein bei einem Wellensittich.

Meist sind es Unfälle, die zu einer Luxation der Hüfte eines erwachsenen Vogels führen. Deshalb ist die Unfallvermeidung das wichtigste Mittel, um Schädigungen der Hüften erwachsener Vögel vorzubeugen. Unsanfte Landungen, Hängenbleiben mit einer Kralle oder kleine Streitigkeiten unter Artgenossen können bei Altvögeln zu einer Auskugelung des Hüftgelenks führen. Je schlechter die Ernährungssituation der Tiere ist, desto weicher oder brüchiger sind häufig ihre Knochen, siehe auch die Ausführungen über die sogenannte Osteomalazie. Aufgeweichte Knochensubstanz kann demnach bei ausgewachsenen Vögeln zu einer erhöhten Anfälligkeit für Gelenk- und Knochenschäden führen. Aus diesem Grunde ist es wichtig, Vögel grundsätzlich abwechslungsreich und vor allem nährstoffreich zu ernähren, um eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen zu gewährleisten.

Darüber hinaus gibt es weitere Risikofaktoren für Hüftschäden. Ältere Vögel, die häufig von Stangen fallen, könnten sich bei einem solchen Sturz eine Hüftverletzung zuziehen. Das Polstern des Bodens, das Montieren von Sprungtüchern und die Sturzvermeidung an sich sind hier die wichtigsten Maßnahmen. Bei Vögeln, die bereits in anderen Beingelenken an einer Arthrose leiden, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sie eine hüftschonende Haltung einnehmen können. Hierzu sollten Sie sich von einem vogelkundigen Tierarzt beraten lassen.

Hüftschäden bei Jungvögeln vorbeugen

Dieses Wellensittichweibchen litt unter einer schweren dauerhaften Behinderung, weil im Kükenalter eine ausgekugelte Hüfte nicht behandelt worden ist.
Dieses Wellensittichweibchen litt unter einer schweren dauerhaften Behinderung, weil im Kükenalter eine ausgekugelte Hüfte nicht behandelt worden ist.

Bei jungen Vögeln, die sich noch im Wachstum befinden, kommt es oft aufgrund einer typischen Ursache zu einem Hüftschaden: Ist die Anzahl der Nestlinge besonders groß, so sind viele der Geschwister bereits mehrere Tage alt und entsprechend groß, während die jüngeren Geschwister gerade erst geschlüpft sind. Im Gedränge innerhalb des engen Nistkastens kann es geschehen, dass eines der älteren – und damit schwereren – Geschwister oder ein Elterntier so unglücklich auf einen sehr jungen Nestling tritt, dass dessen Hüftgelenk unter dem Gewicht des anderen Vogels auskugelt.

Ältere Jungtiere aus einem durchschnittlich großen Gelege können ebenfalls eine Luxation erleiden, wenn sie mit ihren Geschwistern herumtoben und eines der Alttiere sich dabei versehentlich auf sie stellt. Da die Knochen heranwachsender Vögel noch recht weich sind, ist das Risiko einer Hüftluxation bei ihnen naturgemäß ein wenig größer als bei vollständig ausgewachsenen Tieren mit ausgehärteten Knochen. Was in einer Unfallsituation von Nachteil ist, ist aber beim Richten der Luxation von Vorteil: Kann ein Tierarzt die ausgekugelte Hüfte schnell behandeln, ist es bei einem heranwachsenden Vogel häufig möglich, sie dauerhaft wieder in die anatomisch normale Position zu bringen.

Das rechte Hüftgelenk dieses Vogels ist ausgekugelt und das Tier liegt auf dem abgewinkelten Bein.
Das rechte Hüftgelenk dieses Vogels ist ausgekugelt und das Tier liegt auf dem abgewinkelten Bein.

Eine weitere relativ häufige Ursache für eine Hüftluxation oder verbogene Oberschenkelknochen bei Jungtieren ist das Liegen der Nestlinge auf einem nicht geeigneten Untergrund. Brüten die Altvögel auf einem ebenen Untergrund, also beispielsweise in einem Nistkasten ohne Nistmulde oder gar auf dem Käfigboden, stellt das Gewicht der Vogelmutter, die ihren Nachwuchs wärmt, eine enorme Belastung für das Skelett der Jungtiere dar. In einer Nistmulde verteilt sich das Gewicht der Mutter besser, weil die Jungtiere durch die Steigung der Unterlage seitlich gestützt werden. Liegen sie stattdessen auf einem ebenen Untergrund, verbiegen die in der Wachstumsphase noch weichen Oberschenkelknochen und/oder die Hüftgelenke kugeln gar aus. Deshalb sollte man Vögel sicherheitshalber niemals auf einem ebenen und glatten Untergrund brüten lassen. Ist es trotzdem passiert, hilft nur eines: so schnell wie möglich einen vogelkundigen Tierarzt aufzusuchen und das Jungtier noch während der Wachstumsphase behandeln zu lassen. Eine Bandage an den Beinen kann zumindest ausgekugelte Hüftgelenke oft wieder in die richtige Position bringen. Weitere Informationen über diese Gesundheitskomplikation finden Sie in der Rubrik über die Wellensittichzucht im Kapitel über Spreizbeine.

Nehmen Sie das Thema bitte nicht auf die leichte Schulter. Zwar können Vögel mit einer unbehandelten Hüftluxation später weiterleben, doch sie leiden zeitlebens unter erheblichen Einschränkungen ihrer Beweglichkeit. Das zeigt auch das folgende Video:

 

Symptome einer ausgekugelten Hüfte oder eines verbogenen Oberschenkelknochens

Die schwere Fehlstellung in den Hüften rührt bei diesem Wellensittich daher, dass beide Gelenke ausgekugelt sind.
Die schwere Fehlstellung in den Hüften rührt bei diesem Wellensittich daher, dass beide Gelenke ausgekugelt sind.

In aller Regel zeigen sich die Symptome bei Jungtieren in erheblich stärkerem Maße als bei erwachsenen Vögeln. Wird ein Nestling am Hüftgelenk verletzt oder ist sein Oberschenkelknochen durch ständigen Druck verbogen, so steht das betroffene Bein seitlich ab. Typischerweise liegen betroffene Vögel auf der Innenseite des jeweils abstehenden Beins. Das Bein ist meist um 90° vom Körper abgespreizt und für den Vogel nahezu unbrauchbar. In vielen Fällen fehlt im Fuß jeglicher Greifreflex.

Bei Altvögeln ist es in vielen Fällen ein wenig anders. Unmittelbar nach einem Unfall, bei dem die Hüfte ausgekugelt wurde, ziehen sie das betroffene Bein an den Körper und schonen es. Beim Gehen lahmen sie auffallend und sind nahezu nicht mehr dazu in der Lage, sich auf das verletzte Bein zu stützen. Nach einigen Tagen spreizen sie das Bein mehr oder minder stark seitlich vom Körper ab, wie man es auch bei Jungvögeln beobachten kann, wobei der Winkel oft weniger extrem ausfällt als bei den Nestlingen.

Durch eine Luxation werden in praktisch jedem Fall Nervenstränge verletzt, wodurch im betroffenen Fuß des Altvogels anschließend der Greifreflex reduziert sein oder völlig fehlen kann. Die Zehen sind bei manchen Tieren in der sogenannten „Kusshandstellung“ zusammengeklappt, gelähmt und sie weisen nach vorn. Da einerseits die ausgekugelte Hüfte nicht mehr dazu in der Lage ist, das Gewicht des Vogels zu tragen, und andererseits der Fuß nicht mehr wie von der Natur vorgesehen bewegt werden kann, stützen sich die Tiere auf den hinteren Teil ihres Laufs, also des Knochens oberhalb des Fußes. Sie liegen dabei mehr auf der Stange, als dass sie stehen.

Probleme im Alltag

Abgesehen von den naheliegenden Schwierigkeiten bei sämtlichen Aktivitäten, für die ein Vogel zwei gesunde Beine benötigt, muss ein Vogel mit Hüftschaden diverse auf den ersten Blick banale Probleme des Alltags meistern. Wenn ein stark nach seitlich abstehendes oder gar nach oben stehendes Bein den Boden nicht mehr berühren kann, dann können sich die betroffenen Vögel meist nur noch hüpfend auf dem anatomisch normal angeordneten Bein fortbewegen:

 

Beide Hüftgelenke dieses jungen Wellensittichweibchens sind ausgekugelt.
Beide Hüftgelenke dieses jungen Wellensittichweibchens sind ausgekugelt.

Trinkschalen, deren Ränder höher als 1,5 cm sind, stellen für Wellensittiche mit einer ausgekugelten Hüfte ein nur unter größten Anstrengungen überwindbares Hindernis dar. Stürzen sie in die Trinkschale, können sie sich unter Umständen nicht mehr daraus befreien und können im schlimmsten Fall ertrinken. Fressnäpfe, an deren Vorderseite schmale Sitzstangen befestigt sind, eignen sich nicht sonderlich gut zum Anbieten des Futters. Auf den dünnen Stegen oder Stangen können sich Vögel, deren Hüfte ausgekugelt ist, nahezu nicht halten. Besser geeignet sind flache Teller ohne hohen Rand, die hin und wieder auch mal gern als Liegeplatz zweckentfremdet werden.

Vor allem männliche Artgenossen interpretieren die liegende Haltung eines Vogels mit Hüftschaden zuweilen grundlegend falsch. Für sie mutet die Körperhaltung wie eine offene Einladung für einen Paarungsakt an. Deshalb müssen sich derart gehandicapte Vögel oft gegen aufdringliche männliche Artgenossen wehren, die sie besteigen wollen. Das gilt sowohl für Weibchen als auch für Männchen. Helfen akustische Drohlaute nicht, setzen gehandicapte Vögel ihren Schnabel gegen den aufdringlichen Gefährten ein, was vollkommen verständlich ist, jedoch einiges an Konfliktpotential birgt. Es ist daher sehr wichtig darauf zu achten, dass ein Vogel, dessen Hüfte beschädigt ist, nicht allzu oft bedrängt wird. Anderenfalls könnte es zu heftigen Beißereien kommen, weil sich das gehandicapte Tier ständig unter Druck gesetzt fühlt.

Manche Handlungen, die während der arttypischen Gefiederpflege von Vögeln ausgeführt werden, sind für Hüftluxations-Patienten nicht möglich. So ist es dem betroffenen Vogel beispielsweise unmöglich, sich mit dem entsprechenden Bein am Kopf zu kratzen. Wenn es dort einmal juckt, muss der Vogel sich etwas einfallen lassen, also die entsprechende Stelle etwa an einem Gegenstand reiben.

Dieser Vogel hat über Nacht in seinem eigenen Kot gelegen, weshalb seine Kloake stark mit Exkrementen verklebt ist.
Dieser Vogel hat über Nacht in seinem eigenen Kot gelegen, weshalb seine Kloake stark mit Exkrementen verklebt ist.

Leider haben Vögel, die nicht aufrecht stehen können, in vielen Fällen ein weiteres unappetitliches Problem: Sie liegen nachts in ihrem eigenen Kot und verkleben sich das Gefieder rund um die Kloake. Das Foto in der Nähe dieses Absatzes zeigt einen extremen Fall. Der betroffene Vogel hat eine Nacht lang auf seinem Sitzbrettchen gelegen und am nächsten Morgen so ausgesehen. Ist das Gefieder im Bereich der Kloake mit Kot verklebt, sollte man es zunächst mit lauwarmem Wasser befeuchten und die harte Schicht aufweichen. Nach einigen Minuten lässt sich der aufgeweichte Kot normalerweise leicht entfernen. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, einige Federn rund um die Kloake abzuschneiden, wenn sich darin immer wieder Kot verfängt. Häufig lässt sich durch eine solche Gefiederkorrektur dem massiven nächtlichen Verkleben zumindest teilweise entgegenwirken. Noch besser ist es freilich, den Vögeln Liegebrettchen zu bauen, in denen es eine Öffnung gibt, durch die der Kot fallen kann.

Fallbeispiel Wellensittich Orion

Erfahrungsbericht von Birds-Online.de (Gaby Schulemann-Maier), August 2003

Nach seinem Unfall, bei dem die rechte Hüfte ausgekugelt wurde, stützte sich dieser Wellensittich meist auf dem Lauf des rechten Beines ab.
Nach seinem Unfall, bei dem die rechte Hüfte ausgekugelt wurde, stützte sich dieser Wellensittich meist auf dem Lauf des rechten Beines ab.

Einer meiner Wellensittiche erlitt Ende Februar 2003 einen schweren Hüftschaden. Es traf den damals schon einige Jahre alten männlichen Wellensittich Orion aus heiterem Himmel. Er stand mitten im Leben, war ein kerngesunder, aktiver, fröhlicher und selbstbewusster Wellensittich und glücklich mit einer Artgenossin liiert, als es geschah.

Eines Abends saß er schlafend auf einer Schaukel, als ein Schwarmgefährte ihn schwer verletzte. Wütend darüber, dass er um 22:00 Uhr „schon“ in den Schlafkäfig gehen sollte, rastete das andere Männchen förmlich aus. Der Vogel suchte sich ein Ventil, um seinen Unmut loszuwerden, und biss dem schlafenden Orion in den Oberschenkel. Sekundenbruchteile später begann er an Orion zu ziehen, um ihn von der Schlafschaukel zu werfen. Ich stand in unmittelbarer Nähe und hörte das hässliche Knirschen in Orions Hüftgelenk, das von einem gellenden Schmerzensschrei des Opfers begleitet wurde. Orion fiel auf den Käfigboden, noch immer schreiend vor Schmerz und unfähig, sich auf sein rechtes Bein zu stützen.

Am meisten bestürzte mich, dass ich Orion in diesem Moment in keiner Weise helfen konnte. Der tierärztliche Notdienst in der Stadt, in der ich damals wohnte, hatte mich in anderen Fällen bereits dermaßen enttäuscht, dass ich den schwer verletzten Orion nicht dorthin bringen wollte. Wie sehr das Wellensittichmännchen unter seinen Schmerzen litt, fiel am nächsten Morgen auf: Orion war nur noch ein Häufchen Elend, vollkommen in sich zusammengesunken. Er  ließ den Kopf hängen und bewegte sich kaum. Beim Vogeltierarzt schrie er entsetzlich, bekam aber sofort ein starkes Schmermittel. Trotzdem dauerte es zwei Tage, bis er wieder Nahrung zu sich nehmen wollte. Ich befürchtete schon, er würde verhungern. Bei der Untersuchung, die weniger als zwölf Stunden nach dem Unfall stattfand, bestätigte der Tierarzt, dass Orions Hüfte ausgekugelt war. Das Wichtigste war in den kommenden Tagen die Schmerztherapie. Nach gut zwei Wochen begann Orion erstmals wieder zu singen, bis dahin hatte ihn der Schmerz fest im Griff.

Liegend entlastete der Vogel seine Beine, die rechte Hüfte war ausgekugelt.
Liegend entlastete der Vogel seine Beine, die rechte Hüfte war ausgekugelt.

In der ersten Zeit nach dem Zwischenfall war Orion verstört und verängstigt. Egal, welcher andere Sittich sich ihm näherte, er zuckte zusammen und wich sofort zurück. Das Erlebte hatte ihn offenkundig nicht nur körperlich verletzt, sondern auch psychisch traumatisiert. Nur seine Gefährtin Io konnte sich ihm nähern, ohne ihn in Angst zu versetzen. Vor allem der Anblick des Schwarmgefährten, der ihn verletzt hatte, löste bei Orion anfangs regelrechte Panikattacken aus.

Leider hatte der Tierarzt die Hüfte nicht wieder einrenken können. Nach dem Abklingen der Schmerzen der Akutphase begann Orion damit, sich mit der Behinderung zu arrangieren. Mit Begeisterung nahm er die von mir angebrachten Ruheplattformen an. Er war viel ruhiger geworden und war sich seiner eingeschränkten Beweglichkeit bewusst. Doch soweit es ihm möglich war, nahm er trotzdem am Schwarmleben teil und seine Gefährtin blieb ihm glücklicherweise treu, bis er aus dem Leben schied – und sein Ende kam leider recht bald.

Am 6. Mai 2003 erlitt Orion einen weiteren Unfall, bei dem ein anderer Vogel ihm beim Herumtoben auf den Rücken sprang. Dabei trug er schwerste innere Verletzungen davon, sein Rückgrat war gebrochen. Orion war vom Hals abwärts gelähmt und beim Atmen waren rasselnde Geräusche zu hören, die damit einhergingen, dass blutiger Schaum aus seinem Schnabel trat. Ich ließ ihn durch meinen Tierarzt umgehend von seinen nicht mehr heilbaren Leiden erlösen.