Flugunfähigkeit durch Nerven- und Hirnschaden

Eine Quetschung des Nervs in der Schulter hat dazu geführt, dass der Flügel dieser Diamanttaube herunterhing.
Eine Quetschung des Nervs in der Schulter hat dazu geführt, dass der Flügel dieser Diamanttaube herunterhing.

Bei Vögeln können verschiedene Erkrankungen auftreten, die die Nerven, das Gehirn oder das Zentrale Nervensystem betreffen. Sie alle können im ungünstigsten Falle zu einer schweren Einschränkung der Flugfähigkeit oder gar zu einer vollständigen Flugunfähigkeit für den Rest des Lebens des betroffenen Vogels führen. Wird beispielsweise infolge einer Flügelverletzung an der Schulter der Nervenstrang eingeklemmt, der in den Flügel mündet, kann er schwer geschädigt werden. Wenn die Nerven in den Flügeln nicht mehr richtig arbeiten, ist das koordinierte Bewegen der Schwingen kaum mehr möglich. Oft hängt ein Flügel, dessen Nerven beschädigt sind, ein wenig herab. Es kommt auch vor, dass schwere Nervenschädigungen zu einer Flügellähmung führen.

Während solche Nervenschäden in aller Regel durch mechanische Überbeanspruchung, also durch eine Verletzung entstehen, gibt es darüber hinaus Erkrankungen, die durch entzündliche Prozesse im Gehirn oder im Zentralen Nervensystem hervorgerufen werden. Solche Gehirnentzündungen können durch Bakterien oder Viren – zum Beispiel Paramyxoviren – ausgelöst werden und sie gehen oft mit neurologischen Störungen einher. Das kann für einen betroffenen Vogel bedeuten, dass er seine Flügel nicht mehr richtig bewegen kann. Durch schwere Gehirnerschütterungen und Kopfverletzungen kann es zudem zu lokal begrenzten Hirnschäden kommen, die jene Areale betreffen, die für die Bewegungskontrolle eines oder beider Flügel zuständig sind. Ferner treten bei Vögeln mitunter schlaganfall-ähnliche Erkrankungen auf, die ebenfalls zu Hirnschäden und damit verbundenen Flügellähmungen führen können.

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