Herkules, * Anfang ’98, † 29. August ’02

Herkules war ein Schecke in weiß und blau.
Herkules war ein Schecke in weiß und blau.

Am 9. Juli 2000 kam dieses hübsche Wellensittichmännchen zum ersten Mal zu mir. Ja, genau, zum ersten Mal, denn ich übernahm den lieben Kerl gleich zweimal in meine Obhut. Doch dazu später mehr. Bevor er seinerzeit zu mir kam, hatte der gefiederte Herr zusammen mit einem Weibchen bei anderen Wellensittichliebhabern gelebt, wo sein Name Brutus gewesen ist. Nach dem Tod seiner Gefährtin haben sich seine ehemaligen Halter dazu entschlossen, ihn wegzugeben. Sie wollten keine neuen Vögel mehr zu sich holen, er sollte aber auf gar keinen Fall allein leben müssen. Deshalb haben sie damit begonnen, ein Zuhause für ihn zu suchen, in dem er weiterhin in Gesellschaft von Artgenossen leben können würde. Bei mir sind sie fündig geworden, denn ich hatte einen Platz im Vogelzimmer frei und wir sind uns rasch einig geworden, als wir uns per E-Mail ausgetauscht haben. Schon wenige Stunden später wurde der kleine Vogelmann wurde ganz offiziell ein Mitglied meines Vogelschwarms.

Herkules und Elara (rechts) verstanden sich prächtig.
Herkules und Elara (rechts) verstanden sich prächtig.

Anfangs fremdelte er ein wenig, aber zum Glück nicht lange. Herkules lebte sich innerhalb von zwei Tagen hervorragend im Schwarm ein. Sehr schnell wusste er, was oder besser gesagt wen er wollte, und er mischte fortan die Partnerschaft von Elara und Jupiter gehörig auf. Es war offensichtlich, dass er Elara sehr mochte. Sie wiederum war nicht abgeneigt und mochte den Anfang 1998 geborenen Herkules – allerdings nur als Flirt nebenbei, ihren Jupiter verließ sie für ihn nicht. Herkules akzeptierte das und freute sich, wenn sie ihm hin und wieder ein wenig Aufmerksamkeit schenkte. Während dieser Zeit machte er keine Anstalten, ein anderes Weibchen zu erobern. Nach dem Tod seiner Angebeteten war Herkules nach wie vor an keiner der weiteren gefiederten Damen meines Vogelschwarms interessiert. Zwar fühlte er sich sichtlich wohl in der Gruppe, aber ich fand es trotzdem jammerschade, dass der geschickte und wendige Flieger keine Partnerin fand.

Herkules (rechts) mit seiner Angebeteten, der Wellensittichdame Toni.
Herkules (rechts) mit seiner Angebeteten, der Wellensittichdame Toni.

Im Juli 2001 kamen zwei gefiederte Feriengäste zu mir: Elli und Toni. Es dauerte nicht lange, bis sich Herkules in die hübsche Toni verliebte. Auch sie war begeistert von ihm und die beiden waren fortan unzertrennlich. Da sich Tonis Freundin Elli ihrerseits mit meinem Wellensittichmännchen Kiki zusammengetan hatte, entschieden Tonis Besitzerin und ich, jeweils einen Vogel zu tauschen. Wir brachten es nicht übers Herz, die verliebten Pärchen zu trennen, und nahmen dafür lieber selbst den Verlust je eines Vogels in Kauf. Am 10. August 2001 zog Herkules also zu seiner großen Liebe Toni. Zwar war es nicht leicht, den hübschen, fröhlichen und charmanten Sittichmann wegzugeben. Aber ich wusste, er würde es in seinem neuen Zuhause in Gesellschaft seiner neuen Gefährtin sehr, sehr gut haben. An seiner statt blieb die kleine Elli bei mir, da sie sich so eng dem alten Kiki angeschlossen hatte.

Ständig trällerte Herkules fröhliche Lieder.
Ständig trällerte Herkules fröhliche Lieder.

Leider starb Toni am 26. Mai 2002 nach einer kurzen, schweren Krankheit. Herkules vermisste sie sogleich und rief ständig nach ihr. Nach einigem Überlegen entschloss sich Herkules‘ neue Besitzerin dazu, ihn wieder zurück in meinen Schwarm zu bringen, weil er dort viele Freunde hatte und so wahrscheinlich den Verlust seiner Partnerin besser verkraften würde. So kam es, dass Herkules wenige Stunden nach Tonis Tod zum zweiten Mal bei mir einzog. Glücklicherweise lebte er sich schnell wieder ein und überwand seinen Kummer rasch.

Noch mehr als all meine anderen Sittiche war Herkules ein ausgewiesener „Süßschnabel“, was er auch nach seinem zweiten Einzug bei jeder sich bietenden Gelegenheit deutlich zeigte. Sobald es süßes Obst gab, war er zur Stelle. Am liebsten mochte er überreife Sharon-Früchte, auch Kakis genannt, von denen er meist nichts übrig ließ, wenn ich ein Stück dieser Südfrucht im Vogelzimmer auslegte.

Nur drei Monate nach seinem erneuten Einzug in meinen Vogelschwarm erkrankte Herkules plötzlich an einer schweren Nierenentzündung. Ich versuchte alles, um sein Leben zu retten, was mir jedoch bedauerlicherweise nicht gelang. Am frühen Morgen des 29. August 2002 schloss Herkules für immer seine Augen. Gern hätte ich den quirligen Sittich länger beherbergt, aber das Schicksal hatte offenkundig andere Pläne, worüber ich sehr traurig war.

Bedeutung des Namens

Herkules (römisch), der bei den Griechen Herakles hieß, war laut mythologischer Erzählungen ein großer Held, der für seine Stärke, seinen Mut und seine legendären Taten bekannt war. Er war der Sohn von Zeus und Alkmene, der Frau des thebanischen Generals Amphitryon, eines Enkels des legendären Perseus.

Am gestirnten Himmel ist der Herkules ein Sternbild der nördlichen Hemisphäre, nach dem ich meinen Wellensittich benannte.