|
Wega, * 4. Oktober '97, † 31. Oktober '04
Am 4. Oktober '97 erblickte Wega das Licht der Welt, sie war ein dunkelblaues
Grauflügel-Gelbgesicht mit
einer zarten Pastell-Zeichnung im Gesicht und einem Hauch Gelb auf den
Flügeln. Ihre Kehltupfen konnte man nur erkennen, wenn man ganz nah an den
Vogel heranging. Sie war ein scheues, zurückhaltendes Tier und lernte nur
langsam, sich in der Gruppe zu behaupten. Als sie den Dreh einmal heraus hatte,
setzte sie sich jedoch selbstbewusst gegen ihre Artgenossen durch - vor allem,
wenn es um einen
mit Knaulgras
gefüllten Fressnapf ging.
Von Dezember 1999 an war Wega mit
Kallisto liiert. Die beiden
turtelten ständig und ich konnte sie oft dabei beobachten, wie sie
einander kraulten. Ihre Beziehung war von gegenseitiger Zuneigung
geprägt, bis sich Kallisto im Dezember 2001 einer anderen
Vogeldame zuwandte und Wega verließ. Sie versuchte eifrig, ihren
ehemaligen Gefährten wieder für sich zu gewinnen. Leider
verlor nicht nur sie ihn gänzlich, denn an Silvester 2001 verstarb
er, weil er nach dem Tod seiner neuen Geliebten den Lebensmut verloren
hatte. Von diesem Tag an blieb Wega bis zu ihrem Tode allein und sie
interessierte sich leider für keines der Männchen im
Vogelschwarm.
Gesundheitlich hatte Wega das Glück bedauerlicherweise nicht gepachtet.
Am 04.02.1998 sah ich sie in einer Voliere einer Zoohandlung und musste sie
einfach mitnehmen, da es so aussah, als würde sie von einem Artgenossen
gerupft. Ihr Kopf war zu großen Teilen kahl und auch der Bauch war stellenweise unbefiedert.
Wie sich später herausstellte, war Wega schwer krank und war demnach
kein Opfer eines Federrupfers. Sie hatte eine chronische
Niereninfektion,
die zu einem Ekzem und Federausfall geführt hatte. Nach einigen
Monaten in meiner Obhut, in denen ich sie mit unterschiedlichen
naturheilkundlichen und schulmedizinischen Präparaten behandelte,
heilte das Ekzem vollkommen ab und die Federn wuchsen nach.
Im Juni 2001 hatte es das Schicksal ein weiteres Mal auf Wega
abgesehen. Sie erlitt mitten in der Nacht einen Anfall,
infolge dessen sie eine dauerhafte Lähmung ihres rechten
Fußes davongetragen hat. Von diesem Tage an war sie nicht mehr dazu in
der Lage, die Zehen aus eigener Kraft zu bewegen, sie kam
mit dieser Behinderung zum Glück jedoch zeitlebens gut klar.
Einige Monate später, im Dezember 2001, hatte die ansonsten
friedliche Sittichdame Rana offenbar
einen schlechten Tag. Sie griff Wega meiner Ansicht nach grundlos
an und verletzte sie mit mehreren wütenden Schnabelhieben
schwer, so dass Wega viel Blut verlor und mehrere Wunden davontrug.
Beinahe wäre sie verblutet, was ich dank eines wirksamen
Blutstillers jedoch verhindern konnte. Wegas rechter Flügel
hing seit dieser Attacke herab. Erstaunlicherweise konnte
sie dennoch damit fliegen.
Der blaue Pechvogel musste jedoch einen weiteren Tiefschlag
einstecken. Im
Januar 2002 erkrankte sie so schwer, dass sie um ein Haar
gestorben wäre. Wochenlang kämpfte ich um ihr Leben und
sie hielt tapfer durch. Bis auf ca. 25 Gramm magerte sie
durch die Infektion mit Shigellen und anderen üblen
Krankheitserregern ab. Dadurch atrophierte ihre Flugmuskulatur,
was auf gut Deutsch bedeutet, dass sich diese zu weiten Teilen
zurückgebildet hat. Eine Umkehr dieser Auflösung ist
nicht mehr möglich. Seit dem Frühling 2002 war Wega
deshalb vollkommen flugunfähig. Ihre Lebensfreude hatte sie
sich aber trotz allem bewahrt, wie man in der obigen
Abbildung, die Wega beim ekstatischen Bad im feuchten Salat zeigt,
sehen kann.
Aufgrund ihrer vielen vorangegangenen Erkrankungen wurde sie durch die
Herbstmauser stark geschwächt. All meine Versuche, sie mit
Futterzusätzen und Aufbaupräparaten wieder auf die Beine zu
bringen, scheiterten bedauerlicherweise. Am 31. Oktober 2004 schlief
Wega im Kreis ihrer Freunde friedlich ein.
Bedeutung des Namens
Der Hauptstern in der Konstellation "Leier" heißt Wega,
er steht von Europa aus gesehen im Sommer hoch am Himmel. Dieser Stern
ist 26 Lichtjahre von der Erde entfernt und spielt in Carl Sagans
wundervollem Roman "Contact" eine bedeutende Rolle.
|