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  Keimfutter Keimfutter ist ein gesunder Leckerbissen für Vögel, sofern es korrekt zubereitet und gelagert wird. Es ist eine leicht verderbliche Frischkost, die den Vögeln großen Schaden zufügen kann, wenn man die Körnchen dennoch verfüttert, obwohl sie bereits verdorben sind. Deshalb raten einige Vogelexperten und -züchter gänzlich davon ab, den Vögeln Keimfutter zu servieren, was ich persönlich für eine Überreaktion halte. Wer das Keimfutter sorgfältig zubereitet und nicht zu lange oder falsch lagert, kann den täglichen Speiseplan seiner Wellensittiche damit auf leckere Weise bereichern, ohne die Gesundheit der Tiere zu gefährden.

Welche Saaten eignen sich zur Herstellung von Keimfutter?
Fast alle gängigen Futtermischungen enthalten geschälten Hafer, den die Tiere nicht erst entspelzen müssen. Dieser Hafer ist zur Herstellung von Keimfutter nicht geeignet, da er rasch verdirbt und schimmelt. Zum Keimen bringt man ihn meist nicht, er weicht lediglich auf und wird auf unappetitliche Weise matschig. Daher sollte man Futtermischungen, die geschälten Hafer enthalten, nicht als Grundlage für Keimfutter verwenden.

Eine Reihe von Spezialfutterhändlern bietet eigens für das Keimen zusammengestellte Saatenmischungen für Wellensittiche und andere Vogelarten an. Man kann diese Keimfuttermischungen bequem über das Internet bestellen und geht damit auf Nummer sicher, was die Eignung der enthaltenen Saaten für das Keimen anbelangt. Qualitativ sehr hochwertiges Keimfutter ist beim Internet-Versandhändler Bird-box.de ab 1,60 Euro pro kg erhältlich. Wer größere Mengen bestellt, zahlt erheblich weniger auf ein Kilogramm Futter umgerechnet.

Keimfutter-Kosterin Wega
Keimfutter-Kosterin Wega bei der Arbeit.

Das A und O: die nötige Hygiene
Beim Zubereiten und Lagern von Keimfutter muss man unbedingt auf größtmögliche Hygiene achten. Gekeimtes Futter verdirbt rasch und riecht dann säuerlich oder ist gar verfault beziehungsweise mit Schimmelpilzen überzogen. Verfüttern Sie niemals verdorbenes oder schimmeliges Futter an Ihre Tiere! Ist das Futter verdorben, muss es weggeworfen werden. Selbst wenn beispielsweise nur ein geringer Teil des Futters verdorben ist, werfen Sie bitte unbedingt alles weg, da sich Schimmelpilzfäden für das bloße Auge unsichtbar mehrere Zentimeter weit durch das Keimfutter ziehen können!

Charly am Keimfutter Das Futter sollte zudem nie länger als vier Stunden für die Vögel zugänglich sein, da es gerade in den Sommermonaten extrem schnell verdirbt. Die Näpfe, in denen Sie Keimfutter anbieten, sollten Sie nach dem Entfernen der verspeisten Körner heiß und gründlich auswaschen sowie gegebenenfalls desinfizieren, damit sich darin keine krank machenden Erreger festsetzen können.

Die Zubereitung von Keimfutter
Waschen Sie die Körner in einem Sieb unter fließendem Wasser gründlich ab und lassen Sie sie dann mit Wasser bedeckt maximal acht Stunden quellen (z. B. über Nacht). Ich benutze dafür einen ganz normalen Topf, den ich geöffnet in der Küche stehen lasse. Die Körner dürfen nicht länger als acht Stunden im Wasser bleiben, da sie sonst zu gären beginnen.

Nach Ablauf dieser maximal acht Stunden wäscht man die Körner erneut in einem Küchensieb (am besten aus Kunststoff), lässt das Wasser abtropfen und hängt das Sieb mit den Körnern anschließend in einen Topf. Legen Sie den Deckel leicht über das Sieb, um die Körnchen vor Staub zu schützen. Die Körner sollen nun im Sieb zwischen 24 und 48 Stunden bei möglichst konstanter Temperatur keimen. Ein Kunststoffsieb ist deshalb besser geeignet, da ein Metallsieb rosten könnte, obwohl die meisten Siebe angeblich rostfrei sind. Erfahrungsgemäß bestehen viele angeblich rostfreien Siebe aus Metall den "Keimfutter-Härtetest" nicht.

Ich wasche die keimenden Körner etwa alle zwölf Stunden unter fließendem Wasser ab, um Schimmelbildung zu vermeiden. Nach dem mehrfachen Waschen und dem Keimen können Sie Ihren Vögeln das Futter anbieten. Meine Tiere mögen das Keimfutter am liebsten, wenn es zwischen 24 und 36 Stunden gekeimt hat. Länger gekeimtes Futter mögen die Sittiche nicht mehr so gern, da überkeimte Körner offenbar nicht so gut schmecken wie Körner mit kleinen, gerade eben sichtbaren Keimlingen. Laut wissenschaftlicher Untersuchungen enthalten sie in diesem Stadium die meisten Vitalstoffe.

Lagerung des zubereiteten Keimfutters
Im Kühlschrank hält sich gekeimtes Futter bis zu drei Tage, aber Sie sollten es lieber rasch aufbrauchen und zudem vor dem Servieren gründlich waschen. Denken Sie dran, es zunächst auf Zimmertemperatur aufwärmen zu lassen, damit die Vögel beim Fressen keinen kalten Kropf bekommen. Dies könnte zu bösen Entzündungen führen. Auch mögen die Vögel es nicht, wenn das Keimfutter zu feucht ist. Lassen Sie es deshalb gut abtropfen, bevor Sie es den Krummschnäbeln reichen. Meiner Erfahrung nach hat sich ein kleines Küchensieb bewährt, in dem ich die Körnchen abwasche und anschließend im Sieb liegend auf ein mehrfach gefaltetes, sauberes Küchenhandtuch lege. Nach einigen Minuten hat das Handtuch die überschüssige Feuchtigkeit aus dem Keimfutter gesaugt.

Die richtige Menge zubereiten
Pro Vogel und pro Tag können Sie einen Teelöffel Keimfutter rechnen. Sollten Sie Ihren Vögeln noch nie Keimfutter gereicht haben, kann es zu anfänglichen Problemen kommen. Falls Ihre Tiere das gekeimte Futter nicht gleich zu Beginn akzeptieren, geben Sie ihnen ein wenig Zeit. Haben sie sich erst an das feuchte Futter gewöhnt, sind sie dankbare Abnehmer dieses Leckerbissens und futtern liebend gern die ihnen zugedachte Tagesration.

Besonderer Tipp: Streuen Sie kurz vor dem Servieren frische, gehackte Küchenkräuter auf die gekeimten Körner. Getrocknete Küchenkräuter stellen eine schmackhafte Alternative dar, falls Sie keine frischen Kräuter zur Hand haben sollten. Meine Vögel mögen das Kräuter-Keimfutter besonders gern.

Sollte Ihnen die weiter oben beschriebene Keimfutterherstellung zu kompliziert sein, besteht die Möglichkeit, dass Sie sich einen Keimapparat kaufen. Auf der Website des Internet-Versandhändlers Bird-box.de Externer Link finden Sie einen solchen Apparat, der wirklich gute Dienste leistet.

 
 
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